Zeitung Heute : Schlafen ohne Gluckern

Die Kinderkrankheiten des Wasserbettes sind auskuriert. Die neuen Modelle sind rein äußerlich nicht mehr als Wassermatratzen zu erkennen

Waltraud Hennig-Krebs

Das Wasserbett gehört in seiner einfachsten Form mit zu den ältesten Schlafstätten der Menschheit. Vor gut 3000 Jahren schliefen Perser auf Wassersäcken aus Ziegenhaut, die sich tagsüber durch die Sonne aufwärmten. 1851 erkannte der britische Arzt William Hooper die Vorteile des „drucklosen“ Schlafens und entwarf einfache Wassermatratzen aus Kautschuk. Das ließ er sich patentieren. Erst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich der Amerikaner Charles Hall mit Wassermatratzen beschäftigt und das Konzept verfeinert. Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten, wie das Wassergluckern oder die extremen Schwingungen, wie man sie bei Modellen der 70er Jahre noch erleben konnte, verschwunden.

Heute sind Wasserbetten eine ernst zu nehmende Alternative zu Bettsystemen oder Federkern und Lattenrost. Sie bieten eine gleichmäßige Unterstützung der Wirbelsäule, eine beruhigende Wirkung durch die Schwingungen, die sich durch die körpereigenen Bewegungen ergeben und angenehme Wärme. Allergiker und Asthma-Kranke schätzen nicht zuletzt die einfache Reinigung sämtlicher Außenflächen und die Waschbarkeit des Bezugs.

Die heute gebräuchlichste Form ist das Softside-Wasserbett. Bei diesem Typ besteht die seitliche Umrandung größtenteils aus einem Schaumstoffrahmen. So kann man ohne viele Mühen aufstehen. Bei einer Holzumrahmung (hardside) verlangt es schon einige Übung, über die Kante zu kommen.

Die Maße für ein Doppelbett sollten so üppig wie möglich sein, denn durch die breite Schaumstoffwanne, in der die Wassermatratze eingebettet ist, verringert sich die Liegefläche. Empfehlenswert ist es bei stark abweichenden Körpergewichten (ab 20 Kilogramm) zwischen zwei Schläfern, sich für ein Dual-System, also zwei unabhängige Wasserkammern zu entscheiden. Bei einer durchgehenden Matratze kullert das Leichtgewicht ansonsten schnell zum Partner.

Gut 400 Liter Wasser gehen in ein Doppelbett. Gefüllt wird die Matratze bei der Installation durch einen Fachmann über die hauseigene Wasserleitung. Ein Mal im Jahr wird gegen Algen- und Bakterienentwicklung ein Frischhaltemittel über den Einfüllstutzen in das Wasser gegeben. Mit einem speziellen Vinyl-Reiniger wird die Oberfläche der Matratze gesäubert. Die Bezüge können gewaschen oder gereinigt werden. Wer ein europäisches Qualitätsprodukt wählt, kann sicher sein, dass es den strengen EU-Normen entspricht und keinerlei Schadstoffe enthält – weder in der Kunststoffhülle noch in allen anderen Materialen der Auflagen.

Für warmes Wasser sorgt eine Heizungsmatte, die unter die Matratze gelegt wird und mit einem Thermostat verbunden ist, der sich außerhalb des Bettes befindet. Gute Heizungselemente haben einen eingebauten Wärmesensor, der die Heizungsmatte elektronisch sichert. Selbst bei einem Stromausfall hält das Wasser für einige Stunden die Wärme.

Das Gewicht eines Wasserbettes ist für eine normale Deckenkonstruktion kein Problem und auch ein Platzen einer modernen Wassermatratze ist unwahrscheinlich. Die starken Kunststoff-Umhüllungen und der dicke Bezug halten selbst den Krallen eines Stubentigers stand. Ein europäisches Markenbett hat heutzutage Schweißnähte ohne Schwachstellen und meist auch verstärkte Ecken. Außerdem gibt es eine Sicherheitsfolie rund um die Matratze, die das auftretende Wasser auffängt. Doch auch ein Wasserbett sollte nur im Fachhandel gekauft werden, der die Möglichkeit bietet, aus Basismodellen mit entsprechenden Ergänzungen ein Traumbett zusammenzustellen.

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