Zeitung Heute : Schlechtere Jobchancen

Junge Ausländer werden auch im Jahr 2010 im Bildungsverhalten sowie beim Schul- und Ausbildungserfolg das Niveau junger Deutscher kaum erreichen. Das erbrachte eine vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) veröffentlichte Analyse. Nach einer DIW-Modellrechung dürften in den nächsten zehn Jahren etwa 220 000 junge Ausländer die allgemeinbildenden Schulen ohne Abschluß verlassen. Darüber hinaus erwarten die Forscher, daß rund 440 000 Jugendliche die Ausbildung in beruflichen Schulen oder die Lehre abbrechen. Mit solchen Voraussetzungen habe dieser Personenkreis vergleichsweise geringe Chancen auf eine gesellschaftliche und berufliche Integration.Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Überalterung der deutschen Gesellschaft bewertet das Institut den bis zum Jahr 2010 zu erwartenden Anstieg der ausländischen Bevölkerung im Alter von 15 bis 30 Jahren als eine Chance zur Erhaltung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, sei es jedoch erforderlich, nicht nur Kinder, Jugendliche und jugendliche Erwachsene ausländischer Herkunft in Schule und Berufsausbildung verstärkt zu fördern. Gleichzeitig müsse auch ausländischen Schulabgängern der Zugang zu einer qualifizierten Beschäftigung erleichtert werden.Dies stellt nach Ansicht des DIW zunächst eine Herausforderung an die Bildungspolitik dar. Inhaltliche Reformen an den Schulen sowie eine bessere Ausstattung mit Sachmitteln und Personal könnten den unbefriedigenden Aussichten entgegenwirken. Die ausländischen Kinder müßten deshalb schon im Vorschulalter Deutschkenntnisse erwerben. Wichtig sei aber auch, genügend Lehrstellen und vollberuflich qualifizierende schulische Ausbildungsgänge bereitzustellen. ADN

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