Schlüsselloch-Chirurgie : Kleine Schnitte

Die Schlüsselloch-Chirurgie wird auch bei Darmkrebsoperationen erfolgreich eingesetzt.

Stefan Farke

Darmkrebs gehört zu den drei häufigsten bösartigen Erkrankungen. Durch eine Operation ist er heute in vielen Fällen heilbar, oft in Kombination mit Chemotherapie und Bestrahlung. Bei der Operation, dem wichtigsten Schritt, wird nach folgenden Prinzipien vorgegangen:

Der befallene Darmabschnitt wird mit ausreichendem Sicherheitsabstand entfernt, die zugehörigen Lymphknoten komplett herausgenommen.

In den letzten Jahren hat sich die Operationstechnik bei Darmkrebs dynamisch entwickelt, da für die Laparoskopie (Schlüsselloch-Chirurgie) nachgewiesen ist, dass die Heilungsraten mindestens genauso gut sind wie nach einer Operation mit großem Schnitt. Die Vorteile der Schlüsselloch-Chirurgie sind: eine schnelle postoperative Erholung, weniger Schmerzen sowie kosmetisch kaum sichtbare Narben. Die Liegezeiten sind kürzer und die Patienten sind viel schneller wieder „auf den Beinen“. In spezialisierten Kliniken wie der Schlosspark-Klinik kann Darmkrebs (fast) immer minimal-invasiv operiert werden.

Diese „Chirurgie der kleinen Schnitte“ ist auch bei Enddarmkrebs in den meisten Fällen einsetzbar. Die Angst der Patienten vor einem dauerhaften künstlichen Darmausgang ist durch bessere Operationstechnik und eine Vorbehandlung durch Bestrahlung und Chemotherapie oft unbegründet. Krebsgeschwüre, die nur knapp oberhalb des Schließmuskels gelegen sind, können in vielen Fällen entfernt und der Dickdarm wieder am After angeschlossen werden. Solche Operationen erfordern aber einen spezialisierten und erfahrenen Chirurgen.

Durch die Behandlung des Darmkrebses sind bei frühen Stadien der Krebsgeschwüre fast immer Heilungen möglich. Nach aktuellen Studien liegt die Heilungsrate deutlich über 90 Prozent. Bei größeren Tumoren mit Metastasen in den Lymphknoten liegen die Heilungsraten durch Operation und Chemotherapie um 60 Prozent.

Besonders wichtig ist das frühe Erkennen von Darmkrebs. Vor allem Vorsorgespiegelungen, die ab 55 Jahren von den Krankenkassen übernommen werden, gewährleisten, dass Veränderungen der Darmschleimhaut schon früh entdeckt und entsprechend rechtzeitig behandelt werden können. Bei Risikofaktoren kann auch eine Vorsorge in jüngerem Alter sinnvoll sein. Stefan Farke

Der Autor ist Chefarzt der Abteilung für Chirurgie Schlosspark-Klinik, Berlin

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