Zeitung Heute : Schmökern im Internet

HANS-PETER STRICKER

Der "Browser" schafft den Zugang zu den bunten WWW-SeitenVON HANS-PETER STRICKER

Mit einem Duschkopf hat ein Browser nur wenig zu tun.Ein "Schmökerer" ist er in wörtlicher Übersetzung.Im Internet sind Browser die Fenster in die virtuelle Welt des World Wide Web.Doch ein Browser ist mehr als ein Programm zum Betrachten von Text-, Bild-, Film- oder Tondateien.Er macht das Surfen im World Wide Web überhaupt erst zu dem, was es ist, und organisiert den gesamten Datenverkehr: Er stellt fest, welche Internet-Adresse hinter einer markierten Textstelle steckt, er stellt die Verbindung zum entsprechenden Computer her und veranlaßt die Übertragung der gewünschten Datei auf den eigenen Rechner. Noch immer sind es vor allem Textdokumente, die im World Wide Web angeboten und gelesen werden.Wie ein Browser eine solche Web-Seite anzeigt, ist in hohem Maße dem Leser überlassen: Er kann Schrifttyp und -größe bestimmen, die Farbe des Hintergrundes und ob er Bilder gleich mitladen will oder erst bei Bedarf.Denn Web-Seiten sind durchaus nicht so aus einem Guß, wie sie schließlich auf dem Bildschirm erscheinen: Alles, was nicht Text ist, wird gesondert angefordert und erst danach in den Text eingebunden.Das sind fast ausschließlich Bilder, doch immer häufiger auch sogenannte Applets.Diese kleinen, für den einmaligen Gebrauch bestimmten Programme präsentieren sich meist als animierte Graphiken auf dem Bildschirm. Unter anderem an den Applets scheiden sich die Browser: Es gibt solche, die sie darstellen können und solche, die es nicht können.Andere Besonderheiten, die der eine Browser "kann" und der andere nicht, sind zum Beispiel Tabellen oder Hintergrundbilder.Das hängt von der HTML-Version ab, die der Browser unterstützt, wie es computersprachlich heißt.HTML (Hypertext Markup Language) ist nämlich die Sprache, in der dem Browser mitgeteilt wird, wie ein Textdokument aussehen soll.Diese Sprache ist jedoch nicht ein für allemal festgeschrieben und wird ständig erweitert.Mitunter kann eine Web-Seite tatsächlich nur von einem ganz bestimmten Browser richtig dargestellt werden, dann steht unten auf der Seite zum Beispiel "designed for Netscape Navigator 2.0".Speziell für diesen Browser entworfen sind beispielsweise Seiten, die sich sogenannter Rahmen bedienen: Enthalten mehrere Seiten eines Anbieters an gleicher Stelle immer wieder die gleichen Elemente, müssen diese nämlich nicht für jede Seite neu übertragen werden, wie beispielsweise im Angebot von Tagesspiegel-online. Der Netscape Navigator ist der mit Abstand meistbenutzte WWW-Browser, 85 Prozent aller Web-Surfer kennen das World Wide Web nur durch seine Brille.Eine Reihe von Fähigkeiten teilt er mit anderen Browsern wie dem Internet Explorer von Microsoft oder NCSA Mosaic.So werden in einem sogenannten Cache-Speicher alle Seiten aufgehoben, die während einer WWW-Sitzung geladen wurden, was die Telefonrechnung erheblich entlastet, da sie später bereits vorhanden sind. Wichtig sind auch Hilfsprogramme, die vom Browser automatisch aufgerufen werden, wenn einmal ein Dokument ankommt, das er selber nicht anzeigen kann: ein Video oder ein Text im Winword-Format.Hier liegt eine besondere Stärke des Netscape Navigators 2.0, der Zusatzprogramme (Plug-Ins) integriert und darüber hinaus die Mail- und Newsgroup-Abwicklung gleich miterledigt.

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