Zeitung Heute : Schneller finden im Netz

Stephan Lamprechts "Professionelle Recherche im Internet" hsh. Den Überblick über die Literatur zum Thema Internet-Recherche zu behalten ist beinahe so schwierig, wie an gescheite Informationen im Netz zu gelangen.Trotz des großen Angebots haben diese Bücher nur eine geringe Halbwertzeit ­ zu schnellebig ist das Internet.Beim Ausprobieren der Adressen zeigt sich oft das gleiche Bild: Die besprochenen Suchmaschinen existieren nicht mehr oder es wurden Oberfläche und Funktionalität bis zur Unkenntlichkeit verändert.Schlimm ist das eigentlich nicht.Denn Voraussetzung für eine erfolgreiche Recherche sind vor allem Kenntnisse über Befehle, mit denen sich die Suche auf bestimmte Begriffe einschränken oder ausweiten lassen. Hier setzt Stephan Lamprechts "Professionelle Recherche im Internet" an.Bewußt verzichtet der Autor auf eine Einführung ins Internet und fügt lieber dort, wo es zum Verständnis nötig erscheint, ein paar Worte zur Technik hinzu.Bevor Lamprecht auf Suchmaschinen oder Internet-Kataloge eingeht, widmet er sich den Recherchestrategien in wenig bekannten Diensten wie Mailing-Listen oder dem Usenet.Schließlich stellt das World Wide Web nur einen Teil des Internet dar.Wer bisher einen Bogen um diese machte, etwa weil die Anmeldung zu kompliziert erschien oder die passende Software fehlte, der kann jetzt diese Dienste nutzen und sich automatisch Informationen zuschicken lassen.Durchweg werden kostenlose oder preiswerte Programme vorgestellt etwa das E-Mail-Programm "Pegasus-Mail" oder der Offline-Reader für Newsgruppen, "Free Agent".Ausführlich erklärt Lamprecht, wie man an eine Liste oder eine Newsgroup gelangt und wie man in ihnen recherchiert. Im Mittelpunkt des Interesses steht aber nach wie vor das WWW.In diesem Kapitel werden die gängigen Browser von Netscape oder Microsoft vorgestellt, daneben aber auch Software, mit der sich Webseiten offline anschauen lassen.Ohne Suchmaschinen läuft bei der Recherche nichts.Die wichtigste unter ihnen ist Altavista (www.altavista.digital.com).An diesem Beispiel erläutert Lamprecht grundsätzliche Funktionen, wie etwa die Verwendung von Booleschen Operatoren, um Suchfelder einzugrenzen oder auzuweiten.Themenkataloge oder Dienste, die gleich mehrere Suchmaschinen abfragen, sogenannte Metasuchdienste runden das Kapitel ab. Das Angebot im Netz bleibt trotz detaillierter Kenntnisse der Recherche-Techniken unüberschaubar.So sind konkrete Anwendungsbeispiele wie die Recherche nach Software oder Personen im Netz immer hilfreich.Auch auf die Sammlung interessanter Links greift man gern zurück.Hier finden sich Quellen zur "Aus- und Fortbildung", die Themen wie Geschichte, Mathematik, Archäologie oder Medizin umfassen, sowie Adressen von Nachrichtendiensten.Das Buch eignet sich sowohl für den Internet-Novizen, der gezielt nach interessanten Angeboten im Netz fahnden möchte, als auch für den professionelleren Anwender, der seine Suche rationeller gestalten will. Stephan Lamprechts Professionelle Recherche im Internet ist bei Hanser erschienen und kostet 39,80 Mark.

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