Zeitung Heute : Schröder eröffnet die Berlinale

BERLIN (Tsp).Mit der festlichen Premiere des deutschen Wettbewerbsbeitrages "Aimée und Jaguar" von Max Färberböck im Festivalkino Zoo-Palast haben am Mittwoch abend in Berlin die 49.Internationalen Filmfestspiele begonnen.Erstmals in der Geschichte des Festivals eröffnete ein Bundeskanzler die Berlinale; Gerhard Schröder wurde dabei begleitet von seinem dem Kanzleramt zugeordneten Kulturstaatsminister Naumann - bis 1998 war dies Aufgabe der auf Bundesebene für Kultur und Medien zuständigen Innenminister gewesen.

Schon vor der Eröffnung hatte Naumann seine bereits öffentlich geäußerte Forderung wiederholt, das Festival müsse stärker mit dem weltgrößten Filmfest von Cannes konkurrieren.Er präzisierte in einem Radiointerview, Berlin müsse die klimatischen Standortvorteile von Cannes mit "Extraleistungen" kompensieren.Freilich könne sich der deutsche Film "ohne Sponsoren nie große Sprünge leisten".Es fehle in Deutschland an Risikokapital, "damit wir an eine Filmtradition anknüpfen können, die einmal Weltmaßstäbe gesetzt hat".Demgegenüber sagte der Regierende Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen, in seinem Grußwort am Eröffnungsabend, "Berlin ist nicht Venedig, nicht Cannes, nicht Hollywood.Palmen, Strand und Lagunen ersetzen wir durch Esprit und Spontaneität."

Als Gäste der Eröffnungsfeier hatten sich zahlreiche Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft angekündigt.Das Festival präsentiert bis 21.Februar knapp 300 Filme aus aller Welt in über 700 Vorführungen.25 Spielfilme aus 13 Ländern konkurrieren im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären.Viele prominente Regisseure und Schauspieler wollen zur Berlinale kommen, darunter Steven Spielberg, Claude Chabrol und Robert Altman sowie Meryl Streep, Nicolas Cage, Nick Nolte und Gwyneth Paltrow.

Steven Spielberg, der am Mittwoch Gastgeber einer Gala der "Shoah Foundation" in Berlin war - die Doppelung der Termine hatte als Protokollpanne in der Öffentlichkeit Befremden ausgelöst -, will am Donnerstag den ersten für die Shoah-Foundation produzierten Film "The Last Days" vorstellen.Der Dokumentarfilm unter der Regie von James Moll, der auf der Berlinale nur einmal zu sehen sein wird, handelt von ungarischen Juden vor der Verschleppung nach Auschwitz kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges.

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