Zeitung Heute : Schutz vor virtuellen "Hausbesetzern"

Ein neues Online-Schiedsgericht soll künftig alle Streitigkeiten um die Vergabe neuer Internet-Adressen regeln.Eine entsprechende Empfehlung veröffentlichte die Weltorganisation für geistiges Eigentum der UN (Wipo) am Mittwoch in Genf.Oberstes Ziel dieses internationalen Gerichts werde es sein, sogenannten Cybersquatters (Hausbesetzern im Internet) das Handwerk zu legen, hieß es.

Dabei handelt es sich um Menschen, die Internet-Adressen mit dem Namen berühmter Marken oder Organisationen auf ihren Namen registrieren lassen.Die betroffenen Firmen oder Organisationen haben dann nur die Wahl zwischen einem teuren und langwierigen Rechtsstreit oder der Zahlung einer Art Ablösesumme.

"Die Registrierung einer Website kostet nur etwa 100 Dollar, der Rückkauf des Namens kann im Einzelfall aber mehrere hunderttausend Dollar kosten", sagte WIPO- Rechtsexperte Francis Gurry.Die Webseite von Wipo selbst sei im Internet unter " www.wipo.int " zu finden.Ein Privatmann habe sich aber die Rechte an "wipo.com" gesichert."Dafür will er von uns 5000 US-Dollar haben", sagte Gurry.

Das neue Online-Schiedsgericht werde Probleme mit Internet-Adressen künftig schnell und preiswert lösen, versprach der Wipo-Experte.Die online versandten Entscheidungen dieses Gremiums sollen für alle Internet-User bindend sein."Wer eine Website-Adresse registrieren oder erneuern lassen will, muß sich dabei in Zukunft verpflichten, die Schiedssprüche dieses Gerichts anzuerkennen."

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