Zeitung Heute : Shaolin-Kampfsport soll Hongkong wieder auf Touren bringen

Mit dem Bau eines buddhistischen Tempels und eines Zentrums für asiatische Kampfsportarten soll in Hongkong der Tourismus wieder angekurbelt werden. Die Führer des Shaolin-Ordens, der für seine Kung-Fu praktizierenden und lehrenden Mönche berühmt ist, verhandeln bereits mit Regierungsvertretern über die Errichtung ihres ersten Tempels in Hongkong. Das erklärte Carl Ching, Geschäftsführer des Vereinten chinesischen Weltverbandes, der das Projekt organisiert.

Der Shaolin-Orden wurde im sechsten Jahrhundert in den Bergen der heutigen zentralchinesischen Provinz Henan gegründet. Seit der kaiserlichen Order, die die Mönche zur Selbstverteidigung aufrief, ist er ein Zentrum für asiatische Kampfsportarten. Viele der Kampfstile mit exotischen Namen wie Affe, Schlange oder Drachen existieren seit Jahrhunderten. Zahlreiche Schüler aus Nordamerika und Afrika haben die Kampfschule in der Nähe des abgelegenen Tempels besucht, der nach Chings Angaben jährlich 20 000 Besucher zählt.

Der geplante Tempel in Hongkong würde rund 200 Millionen Hongkong Dollar (rund 51,7 Millionen Mark) kosten. Das Geld soll aus privaten Quellen kommen. Zwischen 500 und 1000 Kung-Fu-Schüler könnte er beherbergen. Für Touristen sollen verkürzte Kurse angeboten werden, sagte Ching. Seit die einstige britische Kronkolonie Hongkong mit der Übergabe an China 1997 ihren Status als Einkaufsstadt verlor, wird nach Wegen gesucht, um Touristen anzulocken. Allein in einen Disney-Themenpark investierte die Regierung mehr als drei Milliarden US-Dollar (rund sechs Milliarden Mark).

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