Zeitung Heute : Sicher und sauber vom Haus in die Beete

Wie Gartenwege sorgfältig geplant werden.

Stephanie Hoenig (dpa)
Selbst ist der Mann. Steine für die Pfade im Garten selbst zu verlegen, ist nicht allzu schwer. Wichtig ist, dass der Untergrund gut befestigt wird. Foto: dpa
Selbst ist der Mann. Steine für die Pfade im Garten selbst zu verlegen, ist nicht allzu schwer. Wichtig ist, dass der Untergrund...Foto: dpa-tmn

Wege durch die Rasenfläche und entlang der Beete sind im Garten mehr als ein notwendiges Übel: Sie verhindern, dass Dreck und Schmutz an den Schuhsohlen ins Haus getragen werden – besonders beim Neubau wollen Bauherren schnellstmöglich Wege anlegen, um trockenen Fußes von der Straße zum Haus oder zur Garage zu kommen und vom Haus zum Kompost oder in den Kräutergarten gehen zu können. Daher sollten Gartenwege weder Trampelpfade noch Stolperfallen sein.

In Eigenregie die Wege so anzulegen, dass sie eben, gerade und sicher sind, ist nicht einfach. „Vor Beginn der Arbeiten sollte man sich zuerst über die Funktion des geplanten Weges klarwerden“, rät Thomas Drexel, Architekt aus Augsburg. Denn schließlich sei ein Weg ein wichtiges Element der Gartengestaltung und müsse zur Architektur und zu den anderen Belägen des Hauses passen. Daher sollte man sich überlegen, welche optische Wirkung Steine in dieser oder jener Farbe oder Machart haben. „So passen viereckige Betonplatten zu einem Haus im Bauhausstil, Pflasterklinker zu einem Bauernhaus“, sagt Drexel.

„Auch die Wegführung muss sorgfältig geplant werden“, erläutert der Architekt. Andernfalls würden später in der Eile Abkürzungen gesucht – und gefunden. Neben dem eigentlichen Weg verläuft dann der tatsächlich genutzte Trampelpfad. Unterschieden werden müsse zwischen Haupt- und weniger gegangenen Nebenwegen.

Der Weg durch den Vorgarten zum Haus sollte möglichst kurz, breit und geradlinig sein. „Er muss gut befestigt sein, so dass er jederzeit sicher begehbar ist und im Winter auch gut Schnee geräumt werden kann“, sagt Peter Himmelhuber, Gärtner aus Regensburg. Die Wegbreite sollte so angelegt sein, dass zwei Menschen gut nebeneinander gehen können. Ebenso müsse der Transport von Gütern leicht möglich sein. Stufen seien bei Hauptwegen ein Hindernis und möglichst zu vermeiden – es sei denn, es gibt Hanglagen oder Gefälle.

„Einen Weg im Garten mit Steinen oder Pflaster zu belegen, ist relativ einfach“, sagt Jörg Wilms, Trainer bei der DIY-Academy in Köln. Großen Wert müsse der Heimwerker aber auf den Unterbau des Weges legen. Für den Unterbau eines mit Steinen befestigten Gehweges müsse das Erdreich zuerst 30 Zentimeter und bei befahrenen Wegen 50 Zentimeter ausgeschachtet werden, beschreibt Wilms die ersten Arbeitsschritte. In diese Grube werde eine dicke Kiesschicht und darüber eine Bettung aus grobem und feinem Split aufgebracht. Um spätere Setzungen zu vermeiden, werde die Kiesschicht mit einer Rüttelplatte verdichtet. Kleinere Rüttelplatten können in Baumärkten ausgeliehen und im Auto nach Hause transportiert werden. Dann erst werden die Steine verlegt. Abschließend wird Split in die Fugen eingekehrt und das Ganze wieder verdichtet. Hierfür sei eine Rüttelplatte mit Überzug das richtige Gerät, weil damit der Belag nicht beschädigt wird, erläutert Wilms.

„Nebenwege, die zum Schlendern und Verweilen im Garten einladen, müssen nicht unbedingt aufwendig, mühevoll und teuer sein“, ergänzt Drexel. „Sie müssen nur dem Schritt der Gartenbewohner standhalten und bei Gelegenheit das Rad der Schubkarre rollen lassen.“ So ein Weg könne daher auch schon durch einen Streifen gemähtes Gras in einer Blumenwiese geschaffen werden. Alternativ könne man in den Rasen Schrittsteine verlegen – in dem man Rasenflecken in entsprechender Größe aussticht und die Steine einpasst.

Gartenwege können auch mit Rindenmulch belegt werden. „Eine Deckschicht aus Rindenmulch ist weich wie Waldboden und sehr angenehm begehbar“, schwärmt Wilms. Das Material vergehe aber mit der Zeit und müsse erneuert werden. Langlebiger seien befestigte Nebenwege aus Kies oder Split. Als Untergrund unter dem Kies oder Split empfiehlt der Heimwerkerexperte ein wasserdurchlässiges Vlies, damit kein Unkraut im Weg wachsen kann.

Wichtig bei der Planung der Gartenwege ist auch der Sicherheitsaspekt: Bei Nacht wird aus jeder Stufe auf dem Weg zum Haus eine gefährliche Stolperfalle. Diese Gefahr lässt sich durch eine gut geplante Außenbeleuchtung rund ums Haus entschärfen. „Niedrige Pollerleuchten oder Bodeneinbauleuchten eignen sich gut, um Wege und Treppen mit ausreichend Licht zu versorgen“, sagt das Branchenportal Licht.de in Darmstadt. Damit eine Leuchte im Freien verwendet werden kann, sollte sie eine ausreichende Schutzklasse von mindestens IP44 haben. Stephanie Hoenig (dpa)

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