SICHERHEITSHINWEISE : Zeichen signalisieren Zuverlässigkeit

So wird der Tannenbaum ein Traum

Michaela Kaebe (ddp)
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Stroh statt Glas ist in diesem Jahr wieder in. Und die Farbe Violett. Foto: picture alliancepicture alliance

KENNZEICHNUNG

Betriebssicher sind nur Ketten mit Prüfzeichen, empfiehlt die Fördergemeinschaft Gutes Licht (FGL) angesichts der von Überwachungsbehörden in den vergangenen Jahren sichergestellten mangelhaften Billigprodukte. Nur Lichterketten mit VDE-, ENEC- oder GS-Zeichen haben Sicherheits- und Härtetests bestanden, die bei sachgemäßem Einsatz vor allem Brandgefahr ausschließen.

ERSATZBIRNEN

Wenn eine der Lampen ausfällt, stellen eingebaute Strombrücken sicher, dass die anderen weihnachtlichen Glanzlichter weiterleuchten. Mit dem Auswechseln der Lampen sollte jedoch nicht zu lange gewartet werden: Denn das Überbrücken verringert die Lebensdauer der intakten Lampen, die sich zudem auch stärker erwärmen können als im Normalbetrieb.

LED-LICHTERKETTEN

Nach wie vor wächst das Angebot an LED-Lichterketten. Und auch bei LEDs (Licht Emittierende Dioden) lohnt es sich, Qualität einzukaufen: Nur Qualitäts-LEDs haben eine Lebensdauer von 50 000 Stunden, ihr Lichtstrom nimmt entsprechend später ab. Für LED-Ketten lohnt sich der Austausch einzelner LEDs nicht; wenn die Lichtpunkte ausfallen, muss die Kette ersetzt werden.

AUSSEN-LICHTERKETTEN

Lichterketten für den Innenbereich eignen sich nicht für den Einsatz im Freien. Im Garten und auf dem Balkon dürfen nur solche Ketten Tannenbäume schmücken, die extra dafür vorgesehen sind. Leuchten für draußen sind regen- und schneesicher. Entsprechende Schutzsymbole belegen ihre Tauglichkeit – „Tropfen im Quadrat“ zum Beispiel steht für Schutz gegen Sprühwasser.Bü.

„Auch der Weihnachtsbaum soll trendgerecht angezogen sein“: Das ist die Devise der Fachmesse „Christmas World“ in Frankfurt. Hier werden die Weihnachtsbaum-Trends vorgestellt – und zwar bereits Anfang des Jahres. Dieses Jahr schlagen die Designer neben der Modefarbe Violett vor allem Weiß vor. Kugeln, die wie Schneebälle aussehen, Schneeflocken aus Draht, Tannen- und Eiszapfen, Vögel und Schmetterlinge sollen den Baum schmücken.

„Lange Zeit war in der Gesellschaft Schnelllebiges und Oberflächliches gefragt. Das Überangebot an Produkten und Informationen hat dazu geführt, dass viele Menschen das Bedürfnis haben, sich auf Wesentliches zu konzentrieren.

Deshalb sind seit einiger Zeit authentische, reduzierte und individuelle Produkte angesagt, Handwerkliches und eben auch natürliche Materialien und Motive“, sagt Jutta Baumann, Objektleiterin der „Christmas World“. Verstärkt werde diese Tendenz durch die wirtschaftliche Krise, die sich auch in einem anderen Designschwerpunkt dieses Jahr äußere: „Märchen- und Spielzeugmotive sind ein Thema, das in wirtschaftlich schlechten Zeiten gerne aufgegriffen wird“, sagt die Weihnachtsexpertin. Es handele sich aber bei den Kollektionen dieses Jahres nicht um einen Retro-Trend, sondern um Neuinterpretationen bekannter Motive.

Eher ungewöhnlich sind „appetitliche Eyecatcher“ am Baum. Neben Plätzchen und Lebkuchenherzen gibt es Käsestückchen, Sushi und kleine Wein- oder Whiskyfläschchen als Baumschmuck. Wer kauft so etwas? „Im Vordergrund steht der ganzjährige Einsatz zu gastronomischen Events, Geburtstagen und Jubiläen. Weihnachten ist dabei nur ein Event, zu dem die Anhänger zum Einsatz kommen können“, sagt Baumann.

Weihnachtsschmuck-Hersteller Johann Wanner aus Basel definiert den Trendbegriff ganz klar: „Wirklicher Trend ist nur das, was verkäuflich ist“, sagt der Unternehmer, der sich selbst als Modeschöpfer für Bäume bezeichnet. Auch er orientiert sich an der Damenmode: „Weihnachtsschmuck ist Modetrend und auch gesellschaftlichen Trends unterworfen“, sagt er. Allerdings könne man nicht alle Modefarben übernehmen. Erdtöne zum Beispiel fehlt der Glanz. In diesem Jahr sind die Trendtöne der Mode passender mit Violett und Grau, das für den Weihnachtsschmuck durch Silber ersetzt wird.

Dazu komme der Dauerbrenner Rosa. Daneben seien die Grundfarben Rot, Grün, Blau, Silber und Gold, die „Solid Colours“, zeitlos aktuell – allerdings von Land zu Land verschieden, erzählt der Weihnachtsschmuckspezialist: „In England sind die ,Solid Colours‘ Rot und Grün typisch für Weihnachten, in Frankreich ist es eher Gold, in Deutschland Rot und Gold oder Rot alleine.“ Sein persönlicher Farbfavorit ist allerdings eine Farbe, die viele Menschen wohl nicht mit Weihnachten assoziieren: „Schwarz ist meine Lieblingsfarbe, es wirkt distinguiert und ist wie ein Spiegel, in dem die Lichter funkeln und wunderbar herauskommen, während alles andere diffus im Hintergrund bleibt.“ Farbkombinationen bringen Spannung in den Baum, am besten im Verhältnis zwei zu eins, so Wanners Empfehlung. Der modisch angezogene Baum 2009 kann sich aber auch an den 60er Jahren orientieren. Dann trägt er helle Blau- oder cremige Goldtöne oder, als Reminiszenz an die Petticoat-Röcke, rot mit weißen Tupfen.

Auch der Baum der „neuen Bescheidenheit“, wie Wanner ihn nennt, ist von den 60er Jahren inspiriert: Er ist mit Strohsternen und roten Äpfeln geschmückt, um die Kerzen werden rote Schleifen gebunden, dazu kommen Pappmaché-Kugeln, die mit Engelmotiven bedruckt sind, und durchsichtige Glaskugeln in Rot und Grün. „Ein Baum, der in die Zeit passt, der bescheiden wirkt, aber nicht bescheiden aussieht, sondern sehr stilvoll“, meint Wanner. Auch könne man mit diesem Trend den Schmuck, den man daheim in seiner Weihnachtskiste habe, gut kombinieren. „Der Familienschmuck ist ohnehin der wichtigste Teil des Baumschmucks, die neuen Sachen müssen sich ja erst bewähren“, sagt der Experte. Michaela Kaebe (ddp)

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