Zeitung Heute : "Sie haben Post" - E-Mail ist die beliebteste Anwendung im Netz

Kurt Sagatz

Unangefochten an erster Stelle der Beliebtheitsskala der Internet-Anwendungen steht das Versenden von elektronischer Post, kurz E-Mail genannt. Wer einmal eine E-Mail versendet hat, weiß warum: Nirgends sonst in der elektronischen Kommunikation liegen die Vorteile so deutlich auf der Hand. Vorausgesetzt, der Computer ist bereits eingeschaltet, ist eine E-Mail rasch geschrieben, und was fast noch wichtiger ist, noch schneller beim Empfänger angekommen. Dabei liegen die Kosten deutlich unter denen eines Briefes. Denn gezahlt wird nur für die Übertragung der Daten an den Mailserver des Providers oder Online-Dienstes. Überdies kann eine Mail zugleich an mehrere Personen, die auch in Gruppen zusammengefasst werden können, gesendet werden. Dies kostet nicht einmal mehr als der elektronische Brief an nur einen Empfänger. Genauso einfach wie das Versenden ist auch der Empfang von E-Mails. Über seine E-Mail-Adresse, die sich zumeist aus dem eigenen Namen und dem Namen des Diensteanbieters - getrennt durch das inzwischen geläufige @-Zeichen - zusammensetzt, ist man von fast allen Orten der Welt aus erreichbar.

Wer das erste Mal das E-Mail-Programm des Online-Dienstes oder die im Internet-Explorer von Microsoft und dem Navigator von Netscape eingebauten Mail-Clients öffnet, muss sich erst einmal an die verschiedenen Felder und Bezeichnungen gewöhnen. Dabei bestehen diese Programme trotz aller oberflächlichen Unterschiede aus immer den gleichen Elementen. Zum einen handelt es sich dabei um das Ablagesystem. Wie in jedem Büro gibt es dort einen Ordner für die eingegangenen Briefe. Je nach Provider und Programm werden ungelesene Mails entweder mit gefetteter Schrift dargestellt oder aber die gelesenen Briefe mit einem Häkchen versehen. Der zweitwichtigse Ordner ist das Ausgangskörbchen. Hierin werden alle Mails nach dem Schreiben gesammelt, um später mit einem Rutsch an den Mailserver gesendet zu werden. Je nach Programm kann es darüber hinaus noch Ablagen für gesendete und gelöschte Briefe geben, deren Zweck sich aus dem Namen ableitet.

Um beispielsweise mit dem T-Online-Programm für E-Mails neue Post zu empfangen muss nach dem Öffnen der Software und der Bestätigung von Zugangsnummer und E-Mail-Name die Schaltfläche für "Abholen" gedrückt werden. Nach Datum sortiert erscheinen die neuen Mails dann im Hauptfeld des Programms und werden mit einem Doppelklick geöffnet. Noch einfacher ist das Verfahren beim Konkurrenten AOL. Direkt nach dem Anmelden wird der Nutzer auf dem Bildschirm über neue Mails unterrichtet und erhält zusätzlich den akustischen Hinweis "Sie haben Post". Ein Klick auf den Postkasten öffnet den Mailbereich, wobei die einzelnen Mails wiederum per Doppelklick geöffnet werden.

Bis auf eine kleine Ausnahme ist das Schreiben eigener Mails kaum komplizierter. Bei T-Online wird zuerst auf den Button "Schreiben" gedrückt. In das nun erscheinende Formular wird die E-Mail-Adresse des Empfängers eingegeben. Soll die Mail an weitere Adressaten geben, werden deren E-Mail-Adressen in der Zeile für "Kopieempfänger" angegeben. Regelmäßige Adressaten werden sinnvollerweise in das Adressbuch eingetragen, so dass beim nächsten Schreiben ein kurzer Klick auf den Empfängernamen ausreicht. Das nächste wichtige Feld ist die Betreffzeile, die dem Empfänger hilft, den Inhalt einer Mail schneller zu erfassen.

Beim Verfassen des eigentlichen Briefes ändert sich hingegen nichts. Auch über das Netz sollten die Texte genauso geschrieben werden wie im übrigen Leben. Vor allem sollte man nicht vergessen, dass eine E-Mail zwar schnell geschrieben ist, die Folgen unüberlegter Äußerungen aber sehr viel länger andauern können. Ist der Brief fertig geschrieben - ein freundlicher Gruß und die eigene E-Mail-Adresse am Ende schadet auch in einer Mail nicht -, kann zwischen sofortiger und späterer Versendung ausgewählt werden. Wird auf "sofort absenden" gedrückt, baut das Programm eine Verbindung zu T-Online auf und versendet alle im Ausgangskorb liegenden Mails. Will man jedoch weitere Mails schreiben, ist es ratsam, mit dem Button "später absenden" alle Post im Ausgangskorb zu sammeln, um diese am Ende über die Schaltfläche "Versenden" mit einem Rutsch zu verschicken. Auf diese Weise lassen sich die Kosten verringern.

Etwas anders sieht das Verfahren bei AOL aus. Im Standardbetrieb werden E-Mails online geschrieben, also wenn bereits eine Verbindung zum Online-Dienst besteht. In der Menüleiste kann nach der Anmeldung einfach der Button "Schreiben" gedrückt werden. Der weitere Vorgang erfolgt entsprechend dem Verfahren in T-Online. Allerdings kann die Option "später senden" erst ausgewählt werden, wenn zuvor der so genannte Kurierdienst eingerichtet wurde, der auch AOL in die Lage versetzt, Briefe ohne kostspielige Verbindung zum Netz in aller Ruhe offline zu schreiben, um sie später in alle Ruhe zu versenden und dabei neue Post gleich mit abzuholen. Ein weiterer Unterschied zu T-Online besteht darin, dass über AOL auch typographische Veränderungen am Brief vorgenommen werden können, jedenfalls dann, wenn dieser Brief an einen anderen AOLer gesandt wird. Zur Auswahl stehen verschiedene Schriften in unterschiedlichen Größen und Farben. Auch der Hintergrund kann farblich angepasst werden, um individuelle Mails zu erzeugen.

Ausgefallenere E-Mails sind auch für die im Internet Explorer oder im Navigator enthaltenen Programme eine leichte Übung. Auch dort können Schriften und Farben individuell ausgewählt werden. Allerdings gilt das Versenden dieser Art von Mails immer auch als Risiko, denn es setzt voraus, dass der Empfänger ebenfalls über ein Mail-Programm verfügt, dass diese Sonderformate versteht. Alle wichtigen elektronischen Briefe sollten deshalb auch als reine Text-Mails versendet werden, denn die schönste farbige Mail erzeugt beispielsweise bei einer Bewerbung nur Missmut beim Empfänger, wenn der Lebenslauf unleserlich wird, weil lauter Formatierungsbefehle den Lesefluss stören.

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