Zeitung Heute : Siebzehn Jahr, blondes Haar

JULIAN HANICH

Verdammtes Kaff, dieses Åmål.Nichts los.Alles schon wieder out, wenn es nach Åmål kommt.Elin, 17 und blond, will berühmt werden.Miss Schweden oder Schauspielerin.Und dann endlich raus hier.Elin (Alexandra Dahlström) trägt Lidschatten und Turnschuhe mit Plateaus.Immer auf der Suche nach Parties und irgendeinem Kick.Ein obercooles Girlie, von den Jungen verehrt.Aber glücklich ist sie nicht.

Miese Kleinstadt, dieses Åmål.Erst kurz wohnt Agnes (Rebecca Liljeberg) hier, in die Zirkel der Jugendlichen findet sie nicht hinein.Agnes, 16 und braunhaarig, ist Außenseiterin.Am liebsten schreibt sie Tagebuch .Oder vergräbt sich mit dem Klassenfoto im Bett, denn sie ist in Elin verliebt.Agnes ist hübsch.Glücklich ist sie nicht.

Lukas Moodysson ist 30 Jahre und Schwede."Fucking Åmål" ist sein erster Spielfilm.Und ein Glücksfall! Behutsam treibt er die beiden Charaktere aufeinander zu.Er zeigt den hermetischen Kosmos der Jugendlichen: ihre Innerlichkeiten, Grausamkeiten und plötzlichen Gefühlseruptionen.Ein Film über Anpassungsdruck und Ausbruch aus dem Gruppenzwang.Ein Film über die Zeit, wenn einem die weite Welt zu eng ist, die Provinz zumal.Ein Film vor allem über die Liebe zwischen zwei Mädchen.Ohne Sensationslust.Ohne Lüsternheiten.Ein kleiner, großer Film.Fucking good.

Heute 21.15 Uhr (Royal-Palast)

morgen 11 Uhr (Atelier am Zoo)

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