Zeitung Heute : Silber zum Zweiten

Andrea Rothfuß fährt im Slalomrennen der stehenden Athletinnen wie bereits in Turin aufs Podest

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ANSA

Das Wetter war super, die Sicht klar und die Piste gut befahrbar. Der leichte Nebel vom Morgen hatte sich rechtzeitig zum Start des Rennens aufgeklärt. Pünktlich um 10.30 Uhr konnte der alpine Slalom der Frauen, mit der Sportlerin des Jahres 2009, Andrea Rothfuß gestartet werden. Es lief nicht ganz so, wie die Lossburgerin sich das vorgestellt hatte: Im ersten Durchgang fuhr sie auf den dritten Platz, hinter der Kanadierin Lauren Woolstencroft und der Slowakin Petra Smarzova.

Trotzdem hatte sich Andrea Rothfuß eine gute Ausgangsposition für den zweiten Durchgang erarbeitet. Und hier konnte sich die 21 Jahre alte Sportlerin, die an der Hand beeinträchtigt ist, noch einmal deutlich steigern: Rothfuß fuhr über eine Sekunde schneller als im ersten Durchlauf und erkämpfte sich im Tanz durch die Stangen von Whistler Creek somit den zweiten Platz hinter der Kanadierin Woolstencroft, denn Smarzova wurde im zweiten Durchgang disqualifiziert, weil sie ein Tor verpasste. Die Slowakin hatte an diesem Tag Pech, das Glück aber war auf der Seite von Andrea Rothfuß, die als faire Sportlerin mit Smarzova mitfühlte: „Sie hätte eigentlich auch eine Medaille gewinnen sollen.“

Dennoch war Andrea Rothfuß „sehr glücklich. Mir ist der erste Stein vom Herzen gefallen. Was ich mir vorgenommen hatte, ist jetzt schon erreicht.“

Nun kann die deutsche Athletin bei ihren zweiten Paralympischen Spielen ebenso wie Gerd Schönfelder ein bisschen entspannter in die nächsten Rennen gehen. Ihr größter Erfolg war bisher die Silbermedaille im Riesenslalom bei den Paralympics in Turin gewesen. Nun hat sich Andrea Rothfuß die zweite paralympische Medaille erkämpft, nachdem sie vor vier Jahren in Turin in der gleichen Disziplin „nur“ den vierten Platz belegt hatte.

Wie Schönfelder wird die 21-Jährige aus Lossburg als nächstes im Riesenslalom am Mittwoch an den Start gehen. Vielleicht kann sie ihren Erfolge in dieser Disziplin aus Turin ja wiederholen. Und vielleicht steht sie ja am Ende auch mal ganz oben auf dem Podest. Raphael Menke, 18 Jahre

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