So SIEHT’S aus : Grunz, grunz, miau

Sauerei. Ob Tiere oder Promis – sie lenken doch nur von der Mode ab. Foto: imago
Sauerei. Ob Tiere oder Promis – sie lenken doch nur von der Mode ab. Foto: imagoFoto: imago stock&people

Auf der Fashion Week saß eine Katze in der ersten Reihe. Sie hat nicht gestört. Von mir aus können bei einer Modenschau Hunde, Schweine und gern auch ein paar niedliche Meerschweinchen Platz nehmen, solange sie nicht laut grunzen und quieken und nicht zu viel Dreck machen. Aber auch C-und D-Promis dürfen da sein, auf die achten eh nur die ausgehungerten Fotografen am Eingang.

Nur die richtigen, tollen Promis aus dem Ausland, die sollen wegbleiben. Man stelle sich vor, George Clooney säße bei Lala Berlin. „Die Schau war toll, er hat im letzten Drittel eine Augenbraue gehoben.“ Und was das alles kostet. Kein Hollywood-Schauspieler hat je freiwillig die Berliner Fashion Week besucht – Boss hat das immer richtig viel Geld gekostet. Da saßen dann die A-Promis zehn Minuten mit ihrem Fotogesicht und ließen die Anzüge geduldig an sich vorbeiziehen.

Jetzt kommen halt nur noch die deutschen Promis, die entweder den Designer dolle mögen (Karoline Herfurth bei Kilian Kerner) oder eine interessierte Frau haben (Axel Milberg bei Laurèl).

Das mag man langweilig finden, aber es gibt ja eine Alternative: Man könnte die Designer mal ein bisschen hochleben lassen. Denn auch wenn die Mercedes-Benz Fashion Week ein Medienevent ist, das nur existiert, weil es Promis gibt, bezahlen die Designer die Zeche und halten die Veranstaltung am Leben. Deshalb an dieser Stelle: Ein dreifaches Hoch, hoch, hoch auf die Berliner Mode. gth

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