Zeitung Heute : So springt mehr raus beim Abfindungspoker

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Waren Abfindungen früher Privileg von Managern, sind sie heute auch bei einfachen Angestellten gang und gäbe . Ein Grund: Viele Arbeitgeber können ihre Kündigungen nicht

ausreichend begründen.

Ein Recht auf Abfindung gibt es nur in Sonderfällen. Ansonsten gilt: Wird ein Arbeitnehmer betriebsbedingt gekündigt, ist die Firma nicht gezwungen, eine Abfindung zu zahlen. Sie tut es aber oft freiwillig , um einer Kündigungsschutzklage aus dem Weg zu gehen. Der Arbeitgeber kündigt dann und erklärt schriftlich, es handele sich um eine betriebsbedingte Kündigung. Für den Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage verspricht die Firma dem Gekündigten eine Abfindung. Der kann nun nach Ablauf der Kündigungsfrist Zahlung verlangen oder reicht binnen drei Wochen Kündigungsschutzklage ein.

Chancen auf einen Abschiedsscheck hat auch, wem außerordentlich, persönlich oder fristlos gekündigt wird. Denn eine Klage auf Kündigungsschutz führt hier oft zu Vergleichen. Die Unternehmen fürchten, dass sich Verfahren über mehrere Jahre hinziehen und sie am Ende höhere Abfindungen zahlen müssen, als wenn diese frei ausgehandelt werden. Als Richtschnur gilt: Pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt . Die Obergrenze liegt üblicherweise bei zwölf Gehältern, bei älteren Arbeitnehmern kann sie auch 15 oder 18

Nettolöhne betragen. ka

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