Zeitung Heute : SOLIDARITÄTSBEKUNDUNGEN FÜR VERLETZTEN POLIZISTEN: Auch Braun bei Familie Nivel

PARIS (sid).Egidius Braun, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und DFB-Generalsekretär Horst R.Schmidt statteten gestern der Familie des schwer verletzten französischen Gendarms Daniel Nivel in Arras einen Besuch ab.Ebenfalls zu Gast war die DFB-Abordnung bei der örtlichen Gendarmerie.Begleitet wurden Braun und Schmidt von Walter Gagg vom Internationalen Fußball-Verband (FIFA) und Gerard Enault, dem Generalsekretär des Französischen Fußball-Verbandes (FFF).Daniel Nivel liegt seit der Attacke deutscher Hooligans am 21.Juni nach dem WM-Vorrundenspiel Deutschland - Jugoslawien in Lens im Koma.

Bei dem Gespräch bedankte sich Lorette Nivel, die Ehefrau des Polizisten, für die große Anteilnahme und die Welle der Hilfsbereitschaft.Bei dem Besuch wurde vereinbart, daß alle Spendengelder, die über verschiedene Initiativen vor allem in Deutschland gesammelt wurden, sofort der Familie zur Verfügung gestellt werden.Außerdem werden die Einnahmen des nun für September geplanten Benefizspiels weitergeleitet.Weiterhin plant der DFB die Gründung einer Stiftung "Daniel Nivel" gegen Gewalt im Fußball.Die FIFA und der französische Verband haben bereits ihr Mitwirken signalisiert.Beim DFB sind inzwischen Spenden aus der Bevölkerung in Höhe von rund 600 000 Mark eingegangen.

Bereits am Dienstag hatte ARD/ZDF-Teamchef Fritz Pleitgen der Familie des Polizisten einen Besuch abgestattet."Frau Nivel weiß sehr wohl zwischen den brutalen Schlägern und der deutschen Bevölkerung zu unterscheiden.Sie hat mich ausdrücklich autorisiert, ihren Dank den Menschen in Deutschland zu übermitteln.Die Hilfsbereitschaft hat sie tief bewegt", erklärte Pleitgen.Die ARD hatte aufgrund der spontanen Reaktionen vieler Fernsehzuschauer ein Spendenkonto eingerichtet und einen ansehnlichen Betrag auf ein Konto zugunsten von Frau Nivel überwiesen.

Die deutsche Polizei hat ihre Solidarität mit Daniel Nivel ausgedrückt.Auf der Europabrücke in Straßburg übergaben die Deutschen ihren französischen Kollegen eine Liste mit 150 000 Unterschriften deutscher Beamter."Wir waren schockiert, als wir die Bilder sahen und wollten dem Kollegen unsere Solidarität zeigen", erklärte Gerald Eder, Hauptkommisar aus München, der die Aktion koordiniert hatte.Eder übergab an Claude Meyer, Chef der elsässischen Gendarmerie, einen Korb mit Briefen und Faxen und fügte hinzu: "Wir wünschen unserem Kollegen von ganzem Herzen eine rasche Genesung." Meyer bedankte sich für die "enorme Welle der Sympathie": "Wir schätzen diese Geste sehr, die beweist, daß es eine Solidarität zwischen Polizei und Gendarmerie über die Grenzen hinaus gibt."

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