Zeitung Heute : Sommer-Ballett

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"Tanz im August" stellt sein diesjähriges Programm vorNeun Jahre besteht das Festival "Tanz im August", das 1988 gegründet wurde, um in einer Mischung von Publikumspräsentationen und Workshops Avantgarde-Tanzgruppen in Berlin bekanntzumachen.Vor zwei Jahren stockten die Veranstalter Hebbel-Theater und tanzwerkstatt den Sommerloch-Füller zum "Internationalen Tanzfest Berlin" auf, um durch Einbeziehung der Komischen Oper auch Raum für größere Tanzkompanien zu bieten.Nach Martha Graham im letzen Jahr steht nun die amerikanische Tanz-Legende Twyla Tharp auf dem Programm, die mit drei Choreographien "Sweet Fields - 66 - Heroes" und einer jungen Truppe ein Comeback nach 20 Jahren versucht. Finanziell möglich wurde die aufwendige Präsentation durch eine Förderung in Höhe von 400 000 Mark durch den Hauptstadt-Kulturfond.Angesichts des großen Publikumsandrangs im letzten Jahr hegen die Veranstalter den Traum, alle drei Opernhäuser der Stadt künftig im Sommer für Balletttruppen von Weltrang zu öffnen und damit den Sprung in ein international anerkanntes Großfestival zu schaffen.Damit wären auch Präsentationen von Pina Bausch oder William Forsythe möglich, die bislang an den begrenzten örtlichen Vorgaben der Avantgarde-Spielstätten wie Hebbel-Theater, Theater am Halleschen Ufer und Podewil scheiterten.Jenseits der großen Namen und anerkannten Gruppen, zu denen in Berlin sicherlich auch Anne Teresa De Keersmaekers "Rosas" mit "Drei Solos für Vincent" und Jan Fabres Solo "The very seat of honour" zählen, möchten die Organisatoren Nele Hertling und Ulrike Becker vor allem auch unbekannte Namen wie den Pariser Jérôme Bel, den New Yorker John Jasperse und Felix Ruckert in Berlin bekanntmachen. Diese Produktionen beschäftigen sich mit dem diesjährigen Schwerpunktthema des Festivals, dem menschlichen Körper, seiner Entblößung und Nacktheit.Für die diskussionsträchtigen Projekte bietet das Festival jeweils im Anschluß an eine Aufführung Möglichkeit zum Gespräch zwischen Künstler und Publikum.Ein öffentlichkeitswirksames Großereignis, vergleichbar der letztjährigen Performance von Basheva auf dem Potsdamer Platz, ist mit dem Pariser Mitmachtanztheater "Bal Moderne" eingeplant, das unter Anleitung von vier Choreographen in den langen unterirdischen Gängen der Friedrichstadtpassagen Gelegenheit zum Tanzen für alle bietet.Damit setzt das Festival eine Tradition fort, die sich um die Erschließung neuer Theaterorte und Publikumsschichten bemüht.Auch Kei Takeis "24 Hours of Light", die unter Mitwirkung von Reinhild Hoffmann an drei verschiedenen Spielorten den Umlauf einer Nacht und eines Tages als durchgängiges Tanz-Epos bietet, läßt ein ungewöhnlich spektakuläres Tanzerlebnis erwarten.cht

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