Zeitung Heute : Sonderthema Bildungsmesse: Fettnäpfchen lauern überall

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Stefan Müller (40) ist gelernter Betriebswirt und arbeitet jetzt in Stuttgart als Berater für Personalentwicklung und Laufbahnberatung.

Liegt die Verantwortung für eine erfolgreiche Einarbeitung nur beim Arbeitgeber? Der Stuttgarter Personalberater Stefan Müller spricht auch von einer "Holschuld des Neuen". Seine Beobachtung: Die meisten Bewerber stellen gerade die entscheidenden Fragen nach atmosphärischen und informellen Konstellationen im künftigen Team nicht. Müllers Tipps für jeden "Neuen":

Klären Sie bereits im Bewerberstadium, warum die Stelle neu besetzt wird und aus welchen Gründen der Vorgänger die Position verlassen hat.

In welcher Funktion, mit welcher inhaltlichen und organisatorischen Zuordnung (Berichtsweg "nach oben" und "von unten") und mit welchen Befugnissen treten Sie an?

Klären Sie, welche internen Kandidaten sich Hoffnung auf diesen Job gemacht haben.

Wie soll die Neubesetzung bekannt gegeben werden? Das hilft, unrealistische Erwartungen schon im Vorfeld zu vermeiden.

Ist Ihr erster Arbeitstag durchgeplant? Wann werden Sie erwartet, wird es eine Vorstellungsrunde geben, ist die "Übergabe" an einen Paten vorgesehen, wer übernimmt das erste Einarbeitungsgespräch mit Ihnen?

Bestehen Sie auf einem Einarbeitungsplan, der vor (!) Dienstantritt sowohl Ihnen als auch den künftigen Kollegen vorliegt. Klären Sie auch, wie viel Zeit für die gesamte Einarbeitung vorgesehen ist und ab wann der volle Ergebnisbeitrag eingefordert wird.

Scheinbar banale Einzelheiten (etwa Pausenpraxis, Essenszeiten, An- und Abmeldung) sollten Sie vorher erfragen - hier lauern oft die größten Fettnäpfchen.

"Blumen" für den Neuen gibt es gelegentlich auf höchst überraschende Weise - nämlich in Form einer "Einladung", sich der einen oder anderen Clique anzuschließen, sich gegen den Chef oder einen Kollegen zu verbünden oder ganz allgemein gegen "die da oben". Hier sollten Sie gewappnet sein. Diese Strömungen sollten Sie vorher klären, um später richtig zu reagieren.

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