Zeitung Heute : Spätzünder

Mit dem dritten i-mode-Handy soll der Erfolg kommen

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Rund ein Dreivierteljahr ist es her, dass der Mobilfunkanbieter EPlus seinen i-mode genannten Internetdienst für Handys in Deutschland an den Start brachte. Von Experten wurde das Projekt kritisch beäugt, und die Konkurrenz gab dem nach japanischem Vorbild ins Leben gerufenen Dienst erst gar keine Chance. In Sachen Kunden blieb E-Plus hinter seinen Erwartungen zurück. Doch mit der für dieses Jahr geplanten Einführung des UMTS-Standards für multimediale Telefonie auf dem Handy steigen vielleicht auch die Überlebenschancen von i-mode.

Ein Manko von i-mode ist die Auswahl von Endgeräten. Um es nutzen zu können, wird ein spezielles Mobiltelefon benötigt. Bis Dezember 2002 war davon nur ein einziges Modell – das n21i von NEC – vorhanden. „Dabei wurde das zweite Gerät schon zu einem viel früheren Zeitpunkt versprochen“, sagt Alexander Krug, Redakteur bei der Telekommunikationszeitschrift „connect“. Hinzu kommt, dass das NEC-Handy eine vergleichsweise niedrige Ausdauer hat.

Das hat sich Alexander Krug zufolge auch mit dem zweiten, von Toshiba stammenden TS21i nicht geändert: „Das Gerät erwies sich im Test auf breiter Basis als Enttäuschung.“ Das gelte sowohl für die Ausdauer als auch für die Bedienung und die Funkwerte. Seit kurz vor Weihnachten steht mit dem NEC n22i noch ein drittes i-mode-Handy zur Auswahl.

Lobend äußert sich Krug über den Content: „Es gibt sehr viele gepflegte Angebote.“ Darin unterscheide sich der E-Plus-Dienst von WAP, dem nach Meinung vieler Experten gescheiterten mobilen Online-Standard. Dass i-mode Inhalte von höherer Qualität bietet, liegt wohl auch daran, dass der Abruf vieler Seiten kostenpflichtig ist. Neben einer monatlichen Grundgebühr an E-Plus zahlen die Nutzer von i-mode für kostenpflichtige Inhalte ebenfalls eine monatliche Abogebühr von 25 Cent bis 2 Euro.

In Japan geht die Zahl der i-mode-Angebote in die Tausende. Und mehr als 30 Millionen Menschen – gegenüber rund 100 000 in Deutschland – nutzen dort i-mode. Als Hoffnungsträger für i-mode gilt neben UMTS auch WAP 2.0. Mit Handys, die diesen Standard für mobiles Internet erfüllen, könnte man auch auf i-mode zugreifen. dpa

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