Zeitung Heute : Spannung, Spiel und Spaß

MARKUS VON RIMSCHA

Rasante Computerspiele lassen sich ohne 3D-Beschleunigerkarten kaum mehr realisierenVON MARKUS VON RIMSCHADer Hardwaremarkt ist zwar allgemein sehr kurzlebig, die Halbwertzeit von 3D-Grafikkarten dürfte aber kaum zu unterbieten sein.Schließlich sollen bildschirmfüllende Grafiken in ordentlicher Auflösung und selbstverständlich bei voller Farbenpracht flüssig animiert werden.Das Auge spielt eben mit.Kaum ist eine entsprechende Karte auf dem Markt, werden die neuen Leistungsmerkmale als gegeben vorausgesetzt und die Spiele fordern noch mehr.Verschiedene Hersteller schlagen sich ständig neue Rekorde um die Ohren und es ist nicht leicht, sich für das richtige Produkt zu entscheiden.Das Prinzip, die klassische Grafikkarte durch einen zusätzlichen 3D-Beschleuniger zu unterstützen, wird bei Diamonds Monster 3D und deren Nachfolger Version II umgesetzt.Daneben existieren zahlreiche Produkte als eigenständige Grafikkarten, so bieten für jeweils rund 250 DM Hercules die Thriller 3D und Jazz die Outlaw 3D an.Ein objektiver Vergleich der verschiedenen Lösungen ist jedoch nicht einfach.Die eigentliche Leistung kann recht stark variieren, je nach beteiligter Hard- und Software.Allgemein verlangen 3D-Spiele nicht nur eine schnelle Grafikbeschleunigung, sondern meist auch einen entsprechenden Hauptprozessor.Ein Pentium 166 reicht oft nicht mehr aus, es darf schon ein Pentium II sein.Auch die mitgelieferte Treibersoftware kann bei unterschiedlichen Spielen verschiedene Produkte zum Favoriten küren.Bei reinen Zusatzkarten ist außerdem darauf zu achten, daß die 3D-Karte mit der eigentlichen Grafikkarte konfliktfrei kooperiert.Hier helfen nur eigenes Ausprobieren oder einschlägige Tests weiter.Um jedoch das Preis-Leistungsverhältnis insgesamt beurteilen zu können, müssen noch die zahlreichen zusätzlichen Feinheiten beachtet werden, mit denen die Hersteller ihre Karten versehen.Hercules bietet beispielsweise neben der 4 Megabyte-Variante für 150 DM Aufpreis auch einen großen Bruder mit 8 Megabyte an.Diese Karte bietet dann auch gleich einen Videoein- und -ausgang, statt dem Computermonitor kann auch ein Fernsehgerät angeschlossen werden.Ebenfalls ein Multitalent ist die für 450 DM erhältliche All-in-Wonder-Pro von ATI.Sie bietet neben den gleichen Videofunktionen einen eigenen TV-Tuner und kann Filme abspielen, die im MPEG- oder DVD-Format vorliegen.Hierfür wird ein sehr gut ausgestattetes System benötigt.Bei all diesen Funktionen darf aber nicht vergessen werden, daß dieser Bereich noch in den Kinderschuhen steckt.Das relativ junge Konzept, die 3D-Beschleunigung nicht mehr spezieller Hardware zu überlassen, sondern fest auf die eigentliche Grafikkarte zu integrieren, vermeidet zwar Konflikte zwischen diesen beiden Komponenten, das Softwareumfeld muß aber ebenfalls stimmen.Selbst wenn der eigentliche Treiber problemlos läuft - die als eigenständig konzipierten Varianten unterstützen meist auch Windows NT - so müssen doch die zahllosen 3D-Module korrekt kommunizieren und vorhandene Fähigkeiten auch nutzen.Microsofts Direct3D und DirectX sind zwar Standard für Spiele, unterstützen aber noch nicht alle Funktionen moderner Grafikkarten.Diese werden, sollen sie nicht im Verborgenen bleiben, entweder direkt vom jeweiligen Spiel angesprochen oder bestenfalls von OpenGL unterstützt, das hauptsächlich unter Windows NT Anwendung findet.Auch der ewige Streit um eine Standardisierung des DVD-Formats ist noch immer nicht endgültig behoben.Die mitgelieferte Software schlägt beim Vergleich verschiedener Alternativen ebenfalls kräftig zu Buche.Treiber für Windows 95 und meist auch Windows NT 4.0 sind obligatorisch, ebenso MPEG-Videospieler bei entsprechenden Fähigkeiten.Allgemein werden angebotene Funktionen meist auch durch entsprechende Werkzeuge nutzbar gemacht.Starke Unterschiede zeigen sich jedoch bei allem, was über dieses quasi zwingende Maß hinausgeht.Diamonds Monster 3D II beispielsweise weist eine beeindruckende Zusatzausstattung vor.So werden mehrere Spiele als Vollversion, Demos oder Special Editions mitgeliefert.Wer, gewissermaßen als waschechter Pionier, an allen aktuellen Entwicklungen teilhaben möchte, darf sich von kleineren Unsicherheiten freilich nicht abschrecken lassen.Ansonsten scheint es aber ratsam zu sein, sich noch etwas in Geduld zu üben.Eine Grafikkarte, die in einem Stück Hardware mit stabilen Treibern neben den klassischen 2D-Funktionen auch 3D-Beschleunigung und Videofähigkeiten vereint, liegt nicht in weiter Ferne.Der größte Hemmschuh ist eher die Standardisierung der Video-Formate sowie eine Festlegung, welche Funktionen der 3D-Chip zu leisten hat.

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