Zeitung Heute : Spezialkraft M 941 H

Ein mysteriöser Zeuge hat im Mzoudi-Prozess für eine Überraschung gesorgt

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Wer ist dieser mysteriöse Mann mit dem Decknamen „Hamid Reza Zakeri“? Bundesanwalt Bruno Jost sagt, Zakeri sei nach eigenen Angaben beim iranischen Geheimdienst als „Spezialkraft M 941 H“ geführt worden. Was die Kombination bedeutet, ist unklar. Doch Jost ist sicher, Zakeri, ein Mann zwischen Mitte und Ende 30, sei „Nachrichtendienstler von der Pike auf“.

Der Iraner präsentiert sich so: Er sei von 1984 bis 2001 im „Ministerium für Information und Sicherheit der islamischen Republik Iran (MOIS)“ tätig gewesen. Von 1988 habe er sechs Jahre die MOISStation in Kanada geleitet. 1994 sei er in den Iran zurückgekehrt und habe das Büro eines Generaldirektors im MOIS geleitet. Fünf Jahre später sei ein neuer Geheimdienst gegründet worden, die „Nachrichtenorganisation des Führers“. Gemeint ist „Revolutionsführer“ Ayatollah Khamenei. Die neue Organisation sollte laut Zakeri die anderen iranischen Dienste überwachen.

Zakeri gehörte angeblich zu einer Abteilung, in der auch Terroraktionen geplant werden. Außerdem sei er beim Treffen zwischen Khamenei und Al-Qaida-Führern für die Sicherheit zuständig gewesen, sagt Zakeri. Und er habe den schwedischen Botschafter festgenommen, der dann für den Iran tätig geworden sei. Im Juli 2001, sagt Zakeri, habe er sich aus Angst, „liquidiert“ zu werden, nach Aserbeidschan abgesetzt.

Vielleicht war Zakeri ein Doppelagent. Seit 1992 will er Kontakte zur CIA unterhalten haben. Die Amerikaner schuldeten ihm noch 1,2 Millionen Dollar. Und, klagt Zakeri, sei hätten seine Warnung vor dem 11. September schlicht ignoriert. fan

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