Zeitung Heute : Spezialstation für Blutkrebs-Kranke

Der Tagesspiegel

Im Jahr 1984 wurde der erste Leukämie-Patient aus Europa mit einer Knochenmarks-Transplantation behandelt: Der 17-jährige Stefan Morsch musste dafür allerdings nach Seattle fahren. Inzwischen sind in Europa schon tausendfach Knochenmark oder Blutstammzellen passender Spender an Patienten mit Blutkrebs übertragen worden. Auch die „autologe“ Transplantation mit eigenen, von bösartigen Anteilen möglichst gereinigten Stammzellen ist möglich. Im Universitä tsklinkum Benjamin Franklin wurde 1991 damit begonnen.

Jetzt wurde am Berliner UKBF, das im Großraum Berlin die meisten Patienten mit akuten Leukämien betreut, eine neue Station für Transplantationsmedizin eingeweiht. Auf der Station 2b, der „Stefan-Morsch-Station“ der Medizinischen Klinik für Hämatologie, Onkologie und Transfusionsmedizin, stehen damit zehn Betten zur Verfügung, die für die anspruchsvolle Betreuung Leukämiekranker nach einer Übertragung von Knochenmark oder Stammzellen nutzbar sind. Weil das Immunsystem mit Medikamenten gebremst werden muss, damit die Abstoßungsreaktionen gegen fremdes Gewebe beherrschbar bleiben, sind diese Patienten nach der Spende besonders anfällig gegenüber Infektionen. Für viele Blutkrebs-Patienten liegt jedoch die einzige Heilungschance in der Gabe fremder Zellen.

Eine Stiftung mit Sitz in Rheinland-Pfalz, die die Eltern von Stefan Morsch gründeten, nachdem ihr Sohn im Anschluss an die Knochenmarks-Übertragung an einer Lungenentzündung gestorben war, unterstützt nun das UKBF mit einer Spende, die - noch in DM - mit einer Million angegeben wurde. Mit der Finanzspritze wird das Klinikum sich einen zusätzlichen Oberarzt und technische Ausrüstung leisten können. aml

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