Zeitung Heute : Spielen, radeln, joggen

Große Vielfalt: Vom Weltkulturerbe Glienicker Park bis zum Botanischen Garten

Kerstin Heidecke

Er hilft gegen Stress, Überarbeitung und schlechte Laune: Der Glienicker Park ist einer der schönsten Landschaftsparks der Stadt und Weltkulturerbe. Er gilt als eines der Meisterwerke des Gartenbaumeisters Peter Joseph Lenné. Nicht nur die Gestaltung des Parks, auch seine Lage ist kaum zu toppen. Beginnt man die Wanderung an der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke, genießt man beidseitig den Blick aufs Wasser, den Jungfernsee, die Havel und den Tiefen See mit etlichen Segelbooten und Ausflugsdampfern.

Alle besichtigungswürdigen Details des hügeligen Parks, der Teil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft ist, lassen sich kaum aufzählen: die alten Kastanien, die blumenreichen Rasenflächen, die geschwungenen Wege, die vielen runden und ovalen Blumenbeete mit rot-gelben Tulpen, samtvioletten Stiefmütterchen, die Herbstzeitlosen, die Brunnen, die vielen Skulpturen, das Glienicker Schloss, die Orangerie, das Kasino. Unser Tipp – einfach loslaufen und genießen. Stärkung gibt es in der Remise, ein Restaurant mit Terrasse. Montags und dienstags ist allerdings Ruhetag. Als Spielfläche für Kinder eignet sich der 90 Hektar große Park weniger. Auch das Grillen ist in dem Gartenkunstwerk nicht erlaubt. Dafür ist die Anlage erstklassig gepflegt und sauber.

Das gilt auch für den Bäkepark in Lichterfelde mit seinem umfangreichen alten Baumbestand. Die längliche, leicht hügelige Anlage verläuft zwischen der Klingsor- und Haydnstraße sowie der Schwarzpromenade. Sie ist eine der beliebtesten Joggingstrecken im Bezirk. Der 3000 Quadratmeter große Abenteuerspielplatz dürfte bei den kleinen Steglitzern auf Platz eins liegen. Auch die Liegewiesen der gepflegten Anlage werden gern genutzt. Bei Langstrecken-Spaziergängern ist der Park besonders beliebt, geht er doch in den Grünzug am Teltowkanal über.

Die Bäke – der Bach ist Namensgeber des Parks – entspringt übrigens am Steglitzer Fichtenberg und wird unterirdisch über ein Kanalsystem durch einen Teil des Steglitzer Zentrums bis zur Haydnstraße geführt. Die Bebauung zwischen Schloßstrasse und Kreisel ließ dem Bach keinen Raum, so dass man sich für die unterirdische Lösung entschied.

Kleine Menschen mit Schutzhelmen flitzen durch den Stadtpark am Rande der Albrechtstraße. Die Grundschüler sind auf dem Weg zur bezirklichen Jugendverkehrsschule. Aber nicht nur Kinder mögen die waldreiche und zentral gelegene Grünfläche mit mehreren Spielplätzen. Der 17 Hektar große Stadtpark ist generationenübergreifend beliebt: Junge Eltern erholen sich auf den Bänken und genießen den Blick auf Entenfamilien, die durch einen der Teiche des Parks toben. Senioren aus dem benachbarten Wohnheim spazieren am Rosengarten vorbei bis zum Rondell mit dem großen Springbrunnen. Ein paar Teenager amüsieren sich auf der Minigolfanlage.

Sonnenhungrige platzieren sich mit den ersten Sonnenstrahlen auf der hügeligen Liegewiese an der Sedanstraße. An den wenigen Schneetagen im Jahr wird auf dem Stadtparkhügel gerodelt. Ausgewiesene Grillflächen gibt es nicht. Nach dem Wochenendansturm wird die Grünanlage meist schnell und gründlich gereinigt. Stärkung verspricht das Steakhaus mit einem Biergarten.

In unserem Test läuft er ein bisschen außerhalb der Konkurrenz: der Botanische Garten in Dahlem. Grund dafür ist der Eintritt, den man für einen Besuch in dem 43 Hektar großen Garten zahlen muss. Dafür bekommt man rund 22 000 Pflanzenarten zu sehen.

Ein Genuss für Pflanzenfreunde sind die Themengärten wie der Sumpf- und Wassergarten, der Duft- und Tastgarten, der italienische und der Moosgarten. Interessante Informationen über die Wirkung von Heilkräutern gibt’s im Arzneipflanzengarten. Der absolute Höhepunkt ist das große Tropenhaus. Es wird derzeit allerdings saniert. Aber die anderen Gewächshäuser mit einer Gesamtfläche von 6000 Quadratmeter stehen auch jetzt zur Erkundung bereit. Pflanzen der Tropen, Kakteen, Kamelien – kaum eine Ecke der Welt findet sich hier nicht wieder.

Für Pflanzenfreunde bietet der Garten zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes. Jetzt, im Frühjahr, tragen etliche Pflanzen Blüten; darunter die Sumpfdotterblume, der Ginster, die immergrüne Schleifenblume, Schwertlilien, Wiesenküchenschellen und Baum-Felsenbirnen. Auch in den Gewächshäusern blüht es: die Kaffeebäume, die gefingerte Lanzenrosette, Jasmin, Indigosträucher und Silberwinden.

Kleine Erfrischungen und Snacks gibt es im Bistro bei den Gewächshäusern und im Restaurant Landhaus.

Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 2,50 Euro (Kinder bis sechs Jahre frei). Vergünstigte Karten gibt es für Familien (10 Euro für zwei Erwachsene plus Kinder bis zum 14. Lebensjahr) und Schulklassen. Außerdem sind Mehrfach- und Jahreskarten erhältlich.

Wer mehr für die renommierte Anlage tun möchte, kann eine Patenschaft übernehmen und jährlich mit einer Spende zur Pflege und Zucht einer Pflanzenart beitragen.

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