Zeitung Heute : Sprechen wie Captain Picard

Während Lehrer dem Unterricht auf CD-ROM oft noch skeptisch gegenüberstehen, sind Schüler für elektronische Vokabel- und Grammatikhelfer meist dankbar.Denn die kommen in der Regel eine Spur pfiffiger daher als das alte Schulbuch.Beliebte Fernsehfilme nutzt etwa die Lernsoftware-Reihe "Movie Talk" für unterhaltsame Englisch-Kurse.Nach Inspektor "Columbo" und "Beverly Hills 90210" achtet jetzt auch die Besatzung des Raumschiffs "Enterprise" aufs fleißige Vokabellernen und korrekte Aussprache.Weitere Titel sind in Vorbereitung.Die Reihe eignet sich weniger für Anfänger, ist aber ideal zum Auffrischen von Durchschnittskenntnissen der englischen Sprache.

Die Verfasser des Programms haben den Film in einzelne Standbilder und die zugehörigen Dialoge in kleine Häppchen zerlegt.Diese können in Originalgeschwindigkeit oder verlangsamt abgespielt werden.Damit die Grammatik nicht zu kurz kommt, werden in dem deutschen Textfenster auch verschiedene Formen angezeigt - etwa bei unregelmäßigen Verben.Neue Begriffe oder Redewendungen können in ein persönliches Vokabelheft eingetragen, und damit gezielt gelernt werden.Daneben sind alle vorkommenden Begriffe in einem Wörterbuch zusammengefaßt, dessen Einträge mit den entsprechenden Filmszenen verknüpft sind.

Für das Aussprachetraining wird die Mundbewegung von Captain Picard bei der Aussprache im Film gezeigt.Schließlich kann die eigene Aussprache aufgenommen und mit der Original-Aussprache verglichen werden.

Die neuen elektronischen Medien machen auch die Sprache Cäsars wieder lebendig.Nach "Latinum ex Machina" aus dem Stuttgarter Klett-Verlag hat auch der Cornelsen-Verlag für diesen Herbst eine entsprechende Lernsoftware angekündigt.Derzeit lernen in Deutschland rund 700 000 Schüler und Schülerinnen Latein."Latinum ex Machina" verlangt von dem Schüler, die richtige Übersetzung zu Vokabeln verschiedener Lektionen einzutragen.Richtig gelöste Aufgaben werden beim nächsten Durchgang von der Übung ausgeschlossen.Jeder Begriff wird auf einem gesonderten Blatt angezeigt, in einer ergänzenden Tabelle werden die wichtigsten Formen der Deklination und Konjugation aufgeführt.Neben der Vokabelabfrage können auch Formen eingeübt werden.Die Lösungen werden mit der Maus ausgewählt und dann dem virtuellen Lehrer vorgelegt.Jede Antwort wird mit einem bewegten Cartoon belohnt, in dem ein Römer das Ergebnis kommentiert.Die Lernsoftware enthält 85 Lektionen des Grundwortschatzes.Eine mehr spielerisch angelegte Lern-Software ist demnächst vom Cornelsen-Verlag zu erwarten, wo nach dem Vorbild des preisgekrönten Programms "English Coach Multimedia" das Latein-Programm "disco" herauskommt.Dabei sollen Kinder nicht nur Vokabeln büffeln, sondern "auf einer futuristischen Vespa" in eine Lernlandschaft mit römischen Theatern und Triumphbögen eintauchen.

Systemvoraussetzungen

"Latinum ex Machina" (Klett-Verlag, 99 DM): PC unter Windows 3.1 oder 95/98, mindestens 386er, acht MB.

"Star Trek: The Next Generation - Deja Q" (Systhema-Verlag, 49,90 DM): läuft auf einem PC (möglichst ein Pentium unter Windows 3.1, Windows 95/98) oder Macintosh (ab System 7.1), mindestens acht MB, möglichst Mikrofon.

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