Zeitung Heute : Spürhunde des Körpers

Schnupperkurs: Was das Immunsystem auf Trab bringt

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Wir sind besiedelt. Billionen von Bakterien und anderen Mikroben leben auf und in uns. Die meisten sind völlig harmlos oder sogar nützlich, nur wenige kommen als Krankheitserreger in Betracht. Ständig patroullieren Abwehrzellen, um feindlich gesonnene Eindringlinge zu erkennen und Infektionen abzuwehren.

Eine entscheidende Rolle spielt die Lymphe, ein System aus Gefäßen und kleinen Knoten, das den ganzen Körper durchzieht und in die Blutgefäße mündet. Unsere inneren Organe baden in gelblichklarer Lymphflüssigkeit. In der Lymphe kreisen Milliarden von Lymphozyten. Diese zu den weißen Blutkörperchen zählenden Abwehrzellen sind das Rückgrat der Immunabwehr.

Meist ist es Ziel einer Impfung, die Lymphozyten zu alarmieren und ihr Gedächtnis für den Ernstfall zu schärfen. Das geschieht ähnlich wie bei einem Polizeihund, der zur Drogensuche eingesetzt wird. Zunächst schnuppert er an der Droge, dann soll er sie aufspüren. Auch die Lymphozyten können „schnuppern“, und sie haben ein ziemlich langes Gedächtnis. Das heißt, das manchmal noch nach vielen Jahren ein Krankheitserreger erkannt und bekämpft wird – im Falle von Masern und Röteln ein Leben lang.

Die Impfung täuscht eine Infektion vor, sie prägt dem Immunsystem das Phantombild eines Infektionserregers ein. Das geschieht mit abgetöteten Erregern – zum Beispiel Influenzaviren –, mit abgeschwächten Keimen – etwa bei Masern, Röteln und Mumps – und mit entschärften Bakteriengiften – wie bei Tetanus und Wundstarrkrampf.

Zusätzlich zu diesen „klassischen“ Impfstoffen gibt es neue Ansätze. So lassen sich einzelne Eiweiße oder reine Erbsubstanz als Impfstoffe einsetzen. Manche Forscher setzen sogar auf essbare Impfstoffe. wez

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