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PETER KNAAK

Laserdrucker sind nicht unbedingt teurer als TintenstrahlerVON PETER KNAAK

Fast jeder Computer wird über kurz oder lang mit einem Drucker komplettiert, noch immer gilt das geflügelte Wort &degree;Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen".Heute gibt sich allerdings nicht mehr jeder mit Schwarz auf Weiß zufrieden, Farbe muß her, meinen rund 60 Prozent aller Druckerkäufer.Etwa jeder dritte schwört dagegen auf die Druckqualität der Laserdrucker.Vor allem die Folgekosten sprechen für den Schwarz-weiß-Druck, wie der Systemvergleich von je 11 Farbtinten- und Laserdruckern zu Preisen zwischen 450 und fast 1700 Mark zeigt.Wer unbedingt Farbe braucht, wird jedoch zwangsläufig zum Tintendrucker greifen, denn Farblaserdrucker sind sündhaft teuer. Wo liegen die Stärken und Schwächen der Drucksysteme?.Der erste Blick gilt sicherlich den Kosten.Beim Kauf trumpfen die Tintendrucker noch ordentlich auf.Knapp 450 Mark kostet der billigste Farbstrahler im Test, das ist der Canon BJC-210.Der erreichte trotz des günstigen Preises ein &degree;gutes† test-Qualitätsurteil, wenn auch knapp.Der billigste der konkurrierenden Laserdrucker kommt von Star (Wintype 4000, zufriedenstellend) und kostet 689 Mark, das ist schon eine ganze Stange mehr Geld.Der günstige Einstandspreis für Tintendrucker wird leider von deren hohen Folgekosten konterkariert.Muß man bei den getesteten Laserdruckern pro 100 Blatt Schwarz-weiß-Druck zwischen 1,21 Mark (OKI OL 610 ex) und 5,77 Mark (Lexmark Optra E) aufwenden, belastet der Tintenkonsum bei Schwarz-weiß-Druck das Portemonnaie mit mindestens 7,79 (Canon BJC-4100) oder sogar 16,14 Mark (OkiJet 2010). Rechnet man den Kaufpreis des Druckers und Tinten- beziehungsweise Tonerkosten zusammen, so sind die in dieser Hinsicht billigsten Laserdrucker (OKI, Panasonic) bereits nach spätestens 10.000 Textseiten günstiger als die billigsten Tintendrucker.Vieldrucker sind also mit einem Laserdrucker preislich besser bedient.Das gilt auch, wenn man Ersatzpatronen und -Tintensysteme nutzt, die eine Preisersparnis bis zu etwa 70 Prozent versprechen - solch preiswerten Ersatz gibt es auch für Toner und Fotoleiter, die Verbrauchsstoffe der Laserdrucker.Außerdem lohnen viele Ersatztintensysteme vor allem dem Vieldrucker, denn sie sind wegen der großen mitgelieferten Tintenmenge günstig.Wer pro Jahr nur etwa ein Paket Papier (500 Blatt) bedruckt, zahlt bei Ersatztinten meist drauf, denn die meiste Tinten trocknet ein, bevor sie verdruckt werden soll. Besonders teuer ist der Farbdruck.Zum einen kostet die Farbtintenpatrone ungleich mehr und reicht bei weitem nicht so lange, wie eine Schwarz-Patrone.Die Folge: Erschreckende 143,75 Mark pro 100 mit einer Farbgrafik bedruckte Seiten fallen beim Olivetti JP 370 an.Selbst der in dieser Disziplin genügsamste Farbdrucker, der Hewlett Packard DeskJet 850 C, verlangt 32,43 Mark für 100 Farbgrafik-Seiten.Die zweite Überraschung ist die auf Normalpapier oft nicht überzeugende Farbdruckqualität.Die rühmliche Ausnahme ist der Hewlett Packard DeskJet 850 C, der auch auf billiges Normalpapier sehr achtbare und damit preiswerte Farbdrucke zaubert.Zwar erreicht man im günstigsten Fall (Epson Stylos Color II) fast Fotoqualität, und das ist schon ein deutlicher Fortschritt zu früheren Farbdruckern dieser Preisklasse, doch derart brillante Ausdrucke gelingen nur auf Spezialpapier, und das kann bis zu drei Mark kosten - pro Blatt. Wer sich mit Druckern auskennt, wird einen Hinweis auf sogenannte GDI-Drucker erwarten.Die funktionieren ausschließlich unter Windows (auch Windows 95) und ihr Name leitet sich davon ab, daß sie direkt vom sogenannten GDI-Modul des Computerbetriebssystems für die Bildschirmanzeige angesteuert werden.Leider wird das Problem mit dem Zusatzspeicher durch GDI-Drucker meist nicht gelöst, sondern nur auf den PC verlagert.Die Drucker von Brother und Panasonic bedienen sich rigoros der Systemressourcen des Computers: Prozessorleistung und vor allem Arbeitsspeicher des Rechners (RAM) werden gnadenlos okkupiert.Windows 95, auf einem Rechner mit 8 MByte ohnehin knapp dran, arbeitete beim Drucken der Testvorlagen nur noch für diese Drucker.Der Ausweg bei diesem Problem ist eine drastische Speichererweiterung des Rechners - und die ist für Computerlaien auch nicht so ohne.Daß es pfiffiger geht, zeigten die GDI-Drucker von Canon, NEC und Star, bei denen der Computer auch noch &degree;ansprechbar war, nachdem der Druckauftrag abgeschickt war.Der Autor ist Redakteur der Zeitschrift "test" der Stiftung Warentest.Die Zeitschrift ist im Handel erhältlich oder zu beziehen über Stiftung Warentest, Vertrieb, Postfach 81 06 60, 70523 Stuttgart.

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