Zeitung Heute : Stadturlaub

Wie ein Partygänger Berlin erleben kann

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Sand unter den Füßen, im Liegestuhl unter einer Palme liegen, einen kühlen Cocktail in der Hand. Das hört sich doch ganz nach Urlaub an, oder? Wenn Sie in diesem Sommer bislang nicht die Gelegenheit hatten, ein solches Ambiente zu genießen, habe ich einen Tipp für Sie: Gehen Sie in die Monbijoustraße 3 nach Mitte. Dort einige Treppen hinunter, und mirnichtsdirnichts werden Sie sich versetzt fühlen an einen Balearen-Strand.

Das Theater Hexenkessel hat dort , wo früher der Club „Kunst & Technik“ stand, eine Strandbar installiert. Mit allem, was zu einer solchen Bar auch tatsächlich dazugehört: Sand, Sonnenschirmen, Liegestühlen, und sogar einer Palme. Die ist zwar nicht echt, aber wenn man sich am frühen Abend darunter legt und mit halb geöffneten Augen in den Himmel blinzelt, Sandkörner zwischen den Zehen knirschen und im Hintergrund der DJ „Club Tropicana“ von Wham! spielt, könnte man meinen, man wäre in Waikiki Beach. Okay, das Meeresrauschen müssen Sie sich dazu denken, die salzige Seebrise auch, aber immerhin plätschert die Spree nur ein paar Meter entfernt von Ihnen vorbei.

Toll auch: In die Strandbar können Sie bereits am Nachmittag gehen. An den Wochenenden, an denen ausnahmsweise mal die Sonne scheint, trifft sich dort eine abwechslungsreiche Mischung aus Theaterleuten, Partygängern, Mitte-Hipstern und zufällig vorbeikommenden Touristen. Aber auch Abends und nach Mitternacht ist es in der Strandbar sehr angenehm, vor allem, weil es kaum Anwohner gibt, und die DJs dort lauter als an anderen Freiluft-Orten aufdrehen können. Manchmal wird sogar getanzt. Wer wollte bei einem solchen Angebot, seinen Urlaub noch außerhalb der Stadt verbringen?

Noch einen Grund, die nächsten Wochen trotz schönen Wetters hier zu bleiben: Die Escobar, die wohl beste Berliner Reggae-Veranstaltung, ist wieder in ihre Sommer-Residenz gezogen. In den vergangenen drei Jahren war die Escobar den Sommer über montagabends im WMF – das ist im Moment aber geschlossen, und so findet die Reggae-Sause in diesem Jahr in der Cantina Berlin-Barcelona statt, die sich hinter dem Sage-Club, U-Bahnhof Heinrich Heine-Straße, befindet. Wie gehabt, jeden Montag Abend, und das bis Ende August. Wie im WMF gibt es in der Cantina auch einen Hof, in dem unter offenem Himmel getanzt wird.

Neben den üblichen Escobar Resident-DJs werden in den nächsten Wochen wieder Gäste erwartet. Kommenden Montag z.B. DJ Olli vom Silli Walks Sound System aus Hamburg. Das heißt: Reggae, Dancehall und Ragga satt. Da brauchen Sie gar keinen Strand, um sich in die Südsee versetzt zu fühlen. Übrigens: Extra für ihre Sommerresidenz haben die Escobar-Macher das japanische Killasan Sound System gemietet, die wohl größte Reggae-Anlage der Stadt. Mit der werden Sie beim Tanzen regelrecht massiert – die Bässe graben sich tief in die Magengrube. Das gibt es nirgendwo sonst, also: Bleiben Sie hier, und machen Sie Urlaub in Mitte. Daniel Haaksman

Strandbar Mitte, Monbijoustraße, Mitte, 14 - 4 Uhr, Escobar in der Cantina Berlin-Barcelona, Brückenstr. 1, Mitte, 5. -26. August, jeweils Montags ab 23 Uhr.

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