Zeitung Heute : Starke Spieler, schlechte Lehrer

PC-Schachprogramme nehmen sich in der SpielstŠrke nur wenig / Gratis aus dem Internet VON STEFAN L…FFLEROb der Computer "Deep Blue" so bald nochmal Schach spielt, darf nach den jŸngsten Aussagen von Weltmeister Garri Kasparow und dem anhaltenden Schweigen aus dem Hause IBM bezweifelt werden.Deep-Blue-Babys werden allerdings kaum auf den Markt kommen.Zu hoch ist der Grundpreis selbst eines kleinen Parallelrechners.Die traditionelle Kluft zwischen den stŠrksten Schachprogrammen auf Forschungscomputern und kŠuflichen GerŠten besteht weiter. 1958 konnte erstmals ein Computer Schach nach den Regeln spielen.Den ersten GerŠten, die vor 20 Jahren in die LŠden kamen, gelang das nur unvollstŠndig.Nahm man ihnen regelwidrig den Kšnig weg, erklŠrten sie sich geschlagen.So leicht lassen sie sich lŠngst nicht mehr austricksen.Heute sind TischgerŠte mit Sensorbrett oder ausschlie§lich Zuganzeige weniger gefragt.PC stehen in vielen Haushalten, PC-Programme bestimmen den Markt. Die besten sind so stark wie Bundesligaspieler (Werbung und Medienberichte Ÿbertreiben da oft) und nehmen einander wenig in Sachen SpielstŠrke.Unterschiede gibt es im Spielstil und bei den Gimmicks.Die meisten bietet Bestseller Fritz, setzt dafŸr aber etwas einseitig auf seine RechenstŠrke in brenzligen Stellungen.Gutes Schach auch nach strategischen Prinzipien spielen Chess Genius, Rebel oder Nimzo.Hobbyspieler sind gegen sie allesamt chancenlos.Das wissen die Programmierer und haben sich etwas einfallen lassen, damit das Spielen trotzdem Spa§ macht.Es gibt verschiedene Bedenkzeit-Stufen.Man kann ZugvorschlŠge anfordern, sich warnen lassen, bevor man Bauern oder Figuren einbŸ§t, oder den Spielstil von "ˆ la Kasparow" bis defensiv einstellen.Einige Programme kann man der eigenen SpielstŠrke anpassen."Das ist aber leicht durchschaubar", warnt der Maastrichter Computerwissenschaftler Jos Uiterwijk. Wer ernsthaft dazulernen will, sollte zu BŸchern greifen oder einem Schachclub beitreten.Denn ein gutes Lernprogramm fŸr AnfŠnger fehlt noch.Als Spielpartner wird einem ein Schachprogramm auch aus anderen GrŸnden leid.Mit der Zeit erkennt man typische SchwŠchen.Richtet man sich danach, gewinnt man zwar šfter, es geht aber zu Lasten des SpielverstŠndnis.Profis nutzen deshalb Computer selten fŸr Trainingspartien.Eher schon zur Analyse ausgewŠhlter Stellungen, in denen mehr RechenstŠrke als (menschliche) strategische Einsicht gefragt ist. Beim Kauf mu§ man das †bliche beachten: Windows oder nicht, Disketten oder CD-ROM.Fritz 4 zum Beispiel fordert 8 MB Arbeitsspeicher.Champ Professional wŠre ohne Soundkarte nur der halbe Spa§.FŸr den Apple ist Hiarcs 5 das einzige spielstarke Angebot.Die besten Titel kosten circa 200 Mark, Updates oder Auslauf-Versionen meist die HŠlfte.Die Ausnahme ist Chessmaster 5000 fŸr 79 Mark.Abgespeckte Versionen, etwa von Fritz, gibt es um 50 Mark.Am billigsten fŠhrt, wer ein Programm vom Internet lŠdt.Die vorletzte Version von Rebel gibt es gratis im Web unter:

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