Zeitung Heute : Starker Auftritt von Jaksche

ALBERTVILLE .Jörg Jaksches Vater heißt nicht Eddy mit Vornamen.Trotzdem findet das Tour-de-France-Debüt des 22jährigen Ansbachers fast genausoviel Aufmerksamkeit wie die Premiere von Axel Merckx.Beide fahren in der italienischen Polti-Mannschaft, sind ständig Zimmernachbarn und träumen den gemeinsamen Traum vom Toursieg."Am Anfang fuhr ich drei Sekunden hinter Axel, jetzt sind es schon zwölf Minuten.Aber es könnte im Moment nicht besser laufen und ich bin noch nicht so kaputt, wie ich befürchtet hatte.Ich hoffe, ich komme bis Paris", sagte Jaksche, im Gesamtklassement hinter Jan Ullrich auf Rang 24 bester Deutscher vor der dritten Alpen-Etappe.

Der jüngste aller ursprünglich 189 Tour-Fahrer - am Ruhetag feierte Jaksche Geburtstag - bestreitet im zweiten Profijahr seine erste große Rundfahrt."Das erste Ziel hieß natürlich: Durchhalten bis Paris.Dann wollte ich gute Plazierungen auf einer Etappe oder im Gesamtklassement.Mal sehen, ob ich in Paris noch unter die ersten 20 kommen kann." Diese Hochrechnung stellte Jaksche an, eine Hochrechnung mit realen Grundlagen.Bei der vorletzten WM in Lugano belegte der Militär-Weltmeister des Vorjahres im U-23-Rennen Rang acht und neun im Straßenrennen und im Einzelzeitfahren.Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft wurde er hinter Zabel und Ullrich Dritter.

Nach dem WM-Rennen von Lugano schloß der ehemalige Bundesliga-Fahrer aus Öschelbronn bei Polti einen Drei-Jahres-Vertrag ab.Die Empfehlung gab der ehemalige Polti-Fahrer Dirk Baldinger (Merdingen), der jetzt an der Seite seines Freundes Jan Ullrich bei Telekom fährt, allerdings in diesem Jahr bei den Bonnern nicht die Tour-Reife erlangte."Ich bin zufrieden in Italien, kein Streßprogramm."

Von anderem sportlichen Kaliber ist Tour-Debütant Axel Merckx, der Sohn.Der berühmte Vater Eddy besuchte ihn schon zweimal bei der Tour, hielt sich aber mit wohlmeinenden Tips zurück."Er macht das gut.Ihm fehlt vielleicht noch etwas Kraft.Er kann ein guter Fahrer für Eintages-Rennen werden.Aber die Tour wird er wohl kaum einmal gewinnen", sagte der fünfmalige Toursieger.Der 25jährige Axel Merckx - sein Vorname ziert auch seine Rennsocken - ist im Gegensatz zu Jaksche schon fast ein alter Fuchs.Er hat schon einen Giro, eine Vuelta und Top-Plazierungen bei Weltmeisterschaften und der Lombardei-Rundfahrt (jeweils Vierter) in den Beinen.Sein Urteil über seinen Freund Jaksche: "Ein Superfahrer.In ein, zwei Jahren kann er ganz vorn sein."

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