Zeitung Heute : Starker Wille, schwaches Fleisch

Der Tagesspiegel

n-tv-Chef Helmut Brandstätter mag Recht haben, wenn er sagt, Werbekunden nutzten die Finanzkrise der Medien, um mehr Druck denn je auf die Berichterstattung auszuüben. Doch viel schlimmer wiege, so Claus Larass, die Frage, wie frei der Journalist eines Medienhauses bei Berichten über Unternehmen ist, an dem das eigene Haus beteiligt ist. Der Ex-„Bild“-Chef, Ex-Springer-Vorstand und Kirch-Manager muss es wissen.

Die „Macht der Medien“ beschäftigte am Dienstag fünf Journalisten und zwei Firmensprecher auf einer Podiumsdiskussion in Berlin. Nur mit Qualitätsjournalismus könnten sich die Medien vor versuchten Einflussnahmen durch PR-Leute und Anzeigenkunden wehren, sagte „Handelsblatt“-Chef Bernd Ziesemer. Er plädierte für eine Marktbereinigung: „Es sollte weniger Medien geben, die dafür mehr Journalisten beschäftigen.“ Journalisten, die nicht die Macht ihres Amtes mit persönlicher Macht verwechseln. Die sich nicht instrumentalisieren lassen – weder durch Vergünstigungen noch durch Firmensprecher noch das „Spiegel“-Syndrom: dem Traum, auch mal einen Minister zu stürzen. Und schon gar nicht durch Werbegeschenke. Am Ende der Veranstaltung lagen Badetücher aus. Die Werbegeschenke mit dem TUI-Aufdruck fanden viele Abnehmer. usi

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