Zeitung Heute : Steilpaß in den virtuellen Raum

PETER ZSCHUNKE

Die Fußballweltmeisterschaft in Frankreich ist die erste, die nicht nur auf dem Rasen und im Fernsehen, sondern auch im Internet stattfindet.Veranstalter, Sponsoren und Medien sorgen dafür, daß es auch nach dem Abpfiff im Stadion rundgeht: Aktuelle Informationen, Online-Diskussionen und Wettspiele heizen das Fußballfieber im globalen Computernetz an.

Ausgangspunkt für den Steilpaß in den virtuellen Raum sind die offiziellen WM-Seiten, die unter www.france98.com zu erreichen sind.In französischer und englischer Sprache laufen hier ständig aktuelle Informationen zum Wettbewerb ein.Der Server für das offizielle Web-Angebot soll bis zu 50 Millionen Zugriffe am Tag verkraften können.Schon vor dem Eröffnungsspiel am 10.Juni informierten sich hier Millionen von Internet-Nutzern aus mehr als 160 Ländern.

Wenn france98.com nicht mehr viel Neues bietet, lohnt sich ein Blick auf die FIFA-Seiten mit der Adresse fifa.com/ - unter anderem mit einer interessanten Computeranalyse des Vorbereitungsspiels von Deutschland gegen Brasilien.Zu den interessanten internationalen Web-Angeboten gehört auch das Soccernet unter der Adresse cbs.sportsline.com/u/soccer/worldcup98/index.html , wo Online-Umfragen und Spiele für Abwechslung sorgen.In dem von mehreren Firmen eingerichteten "WM Internet Studio" (fussballprofis.de) sind zwölf deutsche Nationalspieler über E-Mail erreichbar, Live-Chats sind geplant.

Besonderes Highlight auf den ZDF-Seiten ( zdf.de ) ist eine WM-Börse in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke.Dabei erhält jeder Mitspieler nach der kostenlosen Registrierung 100 Aktien von jeder Mannschaft.Um Aktien zu handeln, werden Gebote online abgegeben.Für einen Sieg erhält jede Mannschaft eine Prämie - je weiter sie kommt, umso höher ist der fiktive Auszahlungsbetrag.Während die Mitspieler vor allem die Gewinne lockt, interessieren sich die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Kapitalmarkttheorie der Universität Witten/Herdecke für ein Forschungsprojekt zur Untersuchung unterschiedlicher Börsenformen.Bereits wenige Stunden nach Eröffnung der WM-Börse am vergangenen Sonntag zeichneten sich klare Kursverschiebungen ab: Am höchsten im Kurs stand Deutschland vor Brasilien und Frankreich, während die Nachfrage nach Papieren von Japan und Jamaika sehr gebremst blieb.

Von den Gesamtausgaben des Organisationskomitees für die WM in Höhe von 220 Millionen Francs (65,6 Millionen Mark) entfallen zehn Prozent auf die Computer- und Leitungstechnik, die vom Kartenverkauf bis zu aktuellen Ergebnissen alles im Griff hat.Vier der acht offiziellen Sponsoren kommen aus der Informationstechnologie: Hewlett-Packard ist für die Hardware zuständig, Sybase für die Software, EDS für das Intranet wie die Information über das Internet und France Telecom für die Übertragungstechnik.Von den insgesamt 2000 eingesetzten Computern arbeiten allein 450 für "Info France 98", für das Intranet zur internen Kommunikation der Organisatoren und zur Information der Presse.AP

Einen Führer zur WM im Internet hat Fahres Achwan geschrieben.Neben Hinweisen zu den Webseiten enthält er Informationen zu vergangenen Weltmeisterschaften.Das Minibuch kostet 4,95 Mark und ist im Verlag Markt&Technik erschienen.

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