Zeitung Heute : Steinbrück schlägt bei Rente völlige Flexibilisierung vor

Berlin - In der Debatte um die Rente mit 67 ist Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) von der Linie seiner Partei abgerückt. „Die Antwort auf den mathematischen Druck der Demografie kann nicht die ersatzlose Suspendierung der Rente mit 67 sein“, sagte Steinbrück dem Tagesspiegel. Der mögliche SPD-Kanzlerkandidat sprach sich dafür aus, die Rente mit 67 entweder beizubehalten „unter Umschulung und Qualifizierung Älterer, damit die einen altersadäquaten Job ohne Abschläge kriegen können“. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Berufsschulangebote für Menschen ab 50 oder 55 Jahren. Die andere mögliche Antwort sei „eine völlige Flexibilisierung des Pensionseintrittsalters mit einer Erhöhung der durchschnittlichen Lebensarbeitszeit“, sagte Steinbrück. Für einen flexiblen Renteneintritt spricht sich auch die Regierungspartei FDP aus.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hingegen kündigte an, die SPD werde im Falle einer Regierungsübernahme 2013 die Einführung der Rente mit 67 aussetzen, bis es „ausreichend Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer“ gebe. „Das steht bei einem Regierungswechsel dann klar auf der Tagesordnung“, sagte Nahles dem Tagesspiegel. Sie kündigte an, die SPD werde bereits in den nächsten Wochen einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einbringen. „Wenn Horst Seehofer mit seiner Kritik an der Rente mit 67 glaubwürdig bleiben will, muss die CSU unserem Antrag zustimmen“, forderte Nahles. cas/eu

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