Zeitung Heute : Stern und Kreis macht die Flotte klar zum Gefecht

Der Tagesspiegel

Berlin und Brandenburg sollen zusammenwachsen – aber auf dem Wasserweg will das offenbar nicht so recht klappen. Zum Saisonauftakt der Ausflugsfahrten auf Havel und Spree liefert sich die Berliner Stern und Kreis Schiffahrt GmbH mit der Potsdamer Weißen Flotte einen handfesten Streit um die Anlegegebühren in Potsdam. Frank Westphal, Geschäftsführer der Stern und Kreis, beklagte gestern „unsittlich hohe Forderungen“ seitens der Weißen Flotte, die den Anleger Lange Brücke in Potsdam betreibt.

Bei den in diesem Jahr erstmals erhobenen Gebühren könne sich die Stern und Kreis Fahrten nach Potsdam „eigentlich nicht mehr leisten“, sagte Westphal. „Die ursprünglich angesetzte Pauschale von 70 000 Euro hätte fast die Hälfte unseres Umsatzes auf der Strecke ausgemacht.“ Zwar habe sich die Weiße Flotte nun bereit erklärt, einen Rabatt von 25 Prozent zu gewähren. „Aber dann müssten wir noch immer umgerechnet 75 Euro pro Anlegevorgang bezahlen.“

Die Konkurrenz vom Berliner Reederverband müsse dagegen für jedes Anlegen nur den angemessenen Betrag von etwa 10 Euro zahlen. Da der Hafen anlässlich der Bundesgartenschau in Potsdam mit öffentlichen Geldern saniert worden sei, könne man diese „Ungleichbehandlung“ nicht hinnehmen.

Jan Lehmann, der Geschäftsführer der Potsdamer Weißen Flotte, setzt sich gegen die Vorwürfe des Berliner Marktführers zur Wehr. „Die Hafenanlagen wurden für viele Millionen Euro modernisiert. Dafür müssen wir als Pächter in den nächsten 20 Jahren horrende Summen zurückzahlen.“ An diesen Kosten müssten sich andere Nutzer natürlich beteiligen, so Lehmann. „Die Gebühren liegen in einer üblichen Höhe. Die Stern und Kreis fordert für ihre Anleger ebenso viel.“ Der Reederverband müsse weniger zahlen, weil die Weiße Flotte mit ihm einen Kooperationsvertrag hat – beide Seiten können jeweils die Anleger der Partner nutzen.

Auch ohne Einigung werde die Stern und Kreis die Berliner künftig nach Potsdam bringen, verspricht Westphal. Zwar sind die Fahrpläne für 2002 bereits gedruckt. Später könne man aber auf den Anleger am Cecilienhof ausweichen.woha

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