Zeitung Heute : Stipendien sollen an herausragende amerikanische Publizisten vergeben werden

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Die Wissenschaft, die Künste und das öffentliche Leben durchdringen sich in einer Disziplin: dem Journalismus. "Dessen Rang als Vermittler wird immer noch verkannt", findet Henry A. Kissinger, ehemaliger US-Außenminister und jetzt Kuratoriumsvorsitzender der American Academy Berlin. Um dies zu ändern, hat Kissinger nun zusammen mit dem Verleger Dieter von Holtzbrinck in New York bekannt gegeben, dass künftig ein "Holtzbrinck Fellowship for Journalism" an herausragende amerikanische Publizisten vergeben wird. Ab Herbst wird die Academy in ihrer Villa am Wannsee ein oder zwei amerikanische Journalisten als Stipendiaten aufnehmen. Die Journalisten können sich laut Academy Direktor Gary Smith mit einem Projekt bewerben, das Berlin, Deutschland oder Europa thematisiert. Ihr Aufenthalt wird mit Stiftungskapital der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck finanziert, die schon seit Gründung der Academy zu ihren Unterstützern zählt.

Der neue Programmdirektor der Academy, Paul Stoop - zuvor politischer Redakteur des Tagesspiegel -, nennt als mögliche Forschungsbereiche Gedenk- oder Salonkultur in Berlin, Detailstudien zur Entwicklung in Ostdeutschland oder auch zum europäischen Wirtschaftsraum. Als Stipendiaten kommen, wie Gary Smith betont, nicht nur Autoren großer Zeitungen in Frage, man hoffe auch auf "Entdeckungen". Das Stipendium kann von einigen Monaten bis zu einem Jahr dauern.

Mit einem Höhepunkt beginnt das Frühjahrsprogramm der Academy. Als Deutschlandpremiere wird im Cinemaxx am Potsdamer Platz der bereits für sechs diesjährige Oscars favorisierte Film "American Beauty" gezeigt (11. Januar, 19 Uhr). Regisseur Sam Mendes sowie die Schauspieler Kevin Spacey und Thora Birch diskutieren im Anschluss mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen und dem Regisseur Volker Schlöndorff. Ein weiterer Höhepunkt des weit gefächerten Programms ist der amerikanische Bestseller-Autor Michael Crichton ("Time Line"), der über das Verhältnis von Wissenschaft, Literatur und Film referieren wird (13. März, 20 Uhr). Zum Beginn des neuen Jahrtausends werden zudem Charles S. Maier und Hans-Ulrich Wehler eine erste Analyse der Geschichte des 20. Jahrhunderts vornehmen (14. Januar, 11 Uhr).

Neben Akademikern sind in diesem Jahr vor allem Künstler unter den Fellows der Academy. Die New Yorker Künstlerin Jenny Holzer wird eine Installation am Nordeingang des Reichstags und eine Arbeit für die EXPO 2000 in Hannover schaffen.

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