STONER ROCKPothead : Richtig fette Klöten

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Keine Angst, sie haben sich immer noch lieb. Es kam ja ein wenig die Sorge auf, dass eines der letzten Hippie-Biotope der Berliner Musikszene womöglich auseinanderbröseln könnte, als Pothead im letzten Sommer den Abgang ihres Gründungsmitglieds und Schlagzeugers Sebastian Meyer bekannt gaben. Denn zu Pothead gehörten eben nicht nur die bei einem Europaurlaub in Kreuzberg hängen gebliebenen Pseudobrüder Brad und Jeff Dope (alias Bradley Kok und Jeffrey Moore) aus Seattle, sondern auch ihr aus dem Sauerland stammender Trommler: Erst als verschworenes Trio funktionierte ihr kleines Märchen von der aufrechten Rockband, die kommerziellen Versuchungen widersteht und ganz auf sich gestellt, ohne Hilfe von Plattenfirmen oder Promoagenturen, ihr Ding durchzieht. Dabei haben sie sich seit 1994 auf knapp einem Dutzend Alben als erzlässige Protagonisten eines zwischen Stoner Rock, Grunge und Westcoast-Psychedelia changierenden Sounds etabliert und zudem ihre Fanbasis mit eigens kuratierten Festivals oder limitierten Vinylsingles verwöhnt.

Und dann geht der Sebastian nicht nur, sondern wird sogar in einer heiß diskutierten Personalrochade gegen Nicolaj Gogow (Mitte) von den musikalisch ja nicht gerade verwandten Knorkator ausgetauscht. Doch die Verunsicherung, die sich auch in etlichen Kommentaren des Online-Gästebuchs von Pothead niederschlug, scheint sich nach den ersten Liveauftritten gelegt zu haben. Zwar gibt es vereinzelte Meckermäuler, denen „der Neue“ nicht gefällt, aber die Mehrheit scheint es eher wie User „Beaburner“ zu sehen: „Mit Nick habt ihr jetzt noch Eier dazubekommen. Dicke Eier!!!! Richtig fette Klöten!!!!“ In diesem Sinne.Jörg Wunder

Huxleys Neue Welt, Sa 12.1., 20 Uhr, 25 € + VVK

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