Zeitung Heute : Stramme Schüsse direkt ins Netz

BERTRAM KÜSTER

Heute geht die erste Fußball-Bundesliga in die 36.Runde.Die zweistündige Vollversorgung durch das Fernsehen wird sonnabendswieder Millionen Zuschauern mit Hilfe von Statistiken, Antworten auf nie gestellte Fragen geben.Wer dann immer noch nicht genug hat, geht online.

Der deutsche Meister steht nach Einschätzung der Experten - wie in jedem Jahr - bereits vor dem ersten Anpfiff fest: Bayern München.Eine Bewertung der Online-Präsentationen der Bundesliga-Vereine ist nicht ganz so einfach.Die Angebote der Proficlubs unterscheiden sich meist nur unwesentlich.Standards herrschen vor: Aktuelles, ein Blick in die Vereinschronik, der Spielplan und - ganz wichtig - der Fanshop, in dem die üblichen Devotionalien angepriesen werden.Auch der gepflegte Chat oder das Fan-Forum dürfen nicht fehlen.

Gleich fünf Vereine gehen in der Übereinstimmung soweit, daß sie ihre Präsentation gleich vom selben Publisher erstellen ließen.Darunter der FC Bayern München, der Hamburger SV und Hertha BSC.Das Ergebnis: ein durchaus ansprechendes Design, aber wenig Inhalt.Zu unterscheiden sind diese Angebote quasi nur durch die Vereinsfarben, die dem Erscheinungsbild zugrunde liegen.

Die professionellste Web-Seite weist Bayer 04 Leverkusen auf.Wahlweise in Deutsch oder Englisch - was auch bei den Mannschaften, die im Europapokal vertreten sind, keine Selbstverständlichkeit ist - bietet die Seite dem Interessierten mit dem Newsarchiv, dem Presse-Service und dem Stadionkurier reichlich Lesestoff.Für Zielstrebige ist eine Suchmaschine vorhanden und der echte Fan kann sich den Bayer Leverkusen-Bildschirmschoner herunterladen.

In Punkto Unterhaltung zeigt Borussia Dortmund der Konkurrenz, was eine Harke ist.Neben einem monatlichen Quiz bietet die verspielt gestaltete Web-Site ein Multimedia-Archiv.Fotos, Sounddateien und demnächst auch Videos nutzen die Möglichkeiten des Mediums aus.Auch der bekannten Innovationsfreude der Borussen-Fans im Bereich des Stadiongesangs kommt der Server entgegen.Über ein Dutzend Texte dieser Fan-Songs können hier nachgelesen werden.

Angenehm fallen auch die Aufsteiger auf.Während manche Clubs beim Stichwort Fan vor allem an den dazugehörigen Shop gedacht haben, wurde der Fan-Szene bei Eintracht Frankfurt ein inhaltlicher Schwerpunkt gewidmet.Fanclubs, Aktionen, Ansprechpartner und viele weitere Rubriken wurden umfangreich aufbereitet und kommentiert.

Nur der FC Hansa Rostock hat zum Ligastart noch keine offizielle Web-Site vorzuweisen.Der letzte in der Bundesliga verbliebene Verein der neuen Bundesländer will jedoch in der nächsten Woche nachziehen.Die bisherige Online-Zeitung, der "Hansa Fankurier" - ein Fanprojekt - wird derzeit zur offiziellen Homepage umgestaltet.

Wer auf objektive Berichterstattung mehr Wert legt als auf die Selbstdarstellung des Lieblingsvereins, ist bei den Online-Ausgaben von "Kicker", "ran" und co ohnehin besser aufgehoben.Bei "ran-Online" werden sogar sämtliche Tore zum Abruf bereit gehalten.Und auch auf die berühmt-berüchtigte Datenbank der Sat1-Chefstatistiker wird Zugriff gewährt.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar