Zeitung Heute : Stück für Stück die Position verbessert

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Die großen westdeutschen Metropolen zählen nach Jahrzehnten der Stagnation wieder zu den Wachstumsführern . Getragen wird das Wachstum durch die Dynamik überregional orientierter Dienstleistungen (Abbildung 1). Dazu zählen Banken, Versicherungen, Ingenieurbüros, Softwarehäusern, Werbeagenturen und der Mediensektor. Auch der Städtetourismus ist zuletzt sehr stark gewachsen. Die Bundeshauptstadt kann bei der Entwicklung überregionaler Dienstleistungen durchaus mithalten. Von 1998 bis 2004 nimmt die Beschäftigung hier um 15 Prozent zu .

In bestimmten Branchen der überregionalen Dienstleistungen nimmt die Bedeutung Berlins gegenüber den anderen Metropolen sogar kräftig zu. In der Softwarebranche verbessert Berlin seinen Anteil von knapp 20 Prozent auf etwa 24 Prozent. München verliert in diesem Markt dagegen relativ stark (Abbildung 2). In der Werbebranche wird Berlin ebenfalls zu einem immer wichtigeren Zentrum. Unter den ausgewählten Metropolen bleibt nur Hamburg für die Werbewirtschaft bedeutender (Abbildung 3).

Im Mediensektor sind die Standortverschiebungen etwas geringer. Aber auch hier geling es der Hauptstadt Stück für Stück, ihre Position zu verbessern. Seit 2003 liegt Berlin mit München gleich auf. Nur in der Hochburg Hamburg sind noch mehr Menschen in dem Sektor beschäftigt (Abbildung 4).

Die deutlich spürbare Dynamik reicht in Berlin allerdings noch nicht aus, um auch bei der Gesamtbeschäftigung Zuwächse zu erzielen. Eine Entspannung am Arbeitsmarkt ist daher auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

Der Autor Martin Gornig ist Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

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