Zeitung Heute : Sturz der T-Aktie: Telekom-Tochter schafft Flatrate ab

Angesichts erheblicher Verluste schafft die Telekom-Tochter T-Online zum 1. März die Flatrate für den Internetzugang über den normalen Telefonanschluss und über ISDN wieder ab. Das Surfen im Internet solle dennoch durch neue Tarife für die weit überwiegende Mehrheit der Kunden nicht teurer, sondern meist sogar billiger werden, versicherte T-Online-Chef Thomas Holtrop am Donnerstag. T-Online macht die erst im vergangenen Mai eingeführte Flatrate für einen Großteil des Verlusts von über 240 Millionen Mark in 2000 verantwortlich.

Die neue Tarifstruktur solle den Bedürfnissen der Kunden besser als bisher gerecht werden, betonte Holtrop. Das Grundangebot bleibt der Tarif T-Online eco mit acht Mark monatlicher Grundgebühr und 2,9 Pfennig pro Minute. Die neuen Tarife bieten unter anderem günstigere Minutenpreise bei höherer Grundgebühr, wenn die Nutzung nur zwischen 7 Uhr und 17 Uhr von Montags bis Freitags erfolgt. Ein anderes Angebot bevorzugt Kunden, die nur nachts im Internet surfen wollen.

Unverändert bleibt das Angebot einer Flatrate für 49 Mark im Monat für den superschnellen Internet-Zugang über T-DSL. Diese Technik soll nach Angaben von Telekom-Vorstand Gerd Tenzer massiv ausgebaut werden. Bis Ende 2001 sollen in Deutschland 2,6 Millionen Kunden über T-DSL ins Internet gehen können.

Keine Auswirkungen dürfte der Verzicht auf die Endkunden-Flatrate auf die Großhandels-Flatrate haben, die die Telekom nach einer Entscheidung der Regulierungsbehörde seit Mitte Dezember ihren Konkurrenten anbieten muss. Behördensprecher Harald Dörr sagte zwar, man sei noch dabei, das Vorgehen von T-Online zu bewerten. Beobachter wiesen aber darauf hin, dass der Regulierer die Großhandels-Flatrate nicht vom Bestehen eines Pauschalpreises für die Endkunden abhängig gemacht habe.

Der schärfste Konkurrent von T-Online, AOL Deutschland, will nach eigenen Angaben das neue Tarifmodell von T-Online zunächst eingehend prüfen. Ein Unternehmenssprecher sagte, Ende nächster Woche solle mitgeteilt werden, ob ein ähnliches Modell auch für AOL in Frage käme.

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