Zeitung Heute : Suchen die Arbeitgeber wirklich Absolventen der neuen Studiengänge? Eine Umfrage

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Wollen die Arbeitgeber wirklich Master- und Bachelor-Absolventen einstellen? Bisher ist unklar, wie der Arbeitsmarkt auf die neuen Studiengänge reagieren wird. Betriebsbefragungen zur Akzeptanz der neuen Studiengänge liegen bislang noch nicht vor, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg mitteilt.

"Bei Siemens haben Absolventen mit Bachelor und Masterstudiengängen hervorragende Chancen", sagt jedoch Kruno Hernaut, Leiter der bildungspolitischen Abteilung bei Siemens. Von den 50 000 Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, die bei Siemens im Ausland arbeiten, hätten 70 Prozent einen Bachelorabschluss. Bei Siemens in Deutschland könnten nach Hernaut langfristig rund 60 Prozent aller Arbeitsplätze mit Ingenieuren besetzt werden, die einen Bachelorabschluss gemacht haben - dies entspricht dem Anteil, den heute bei Siemens Fachhochschulabsolventen stellen.

Bei Siemens geht man gemäß der KMK-Äquivalenzempfehlung davon aus, "dass ein Diplomingenieurabschluss an der Uni einem Masterabschluss entspricht und ein Diplomingenieurabschluss an der Fachhochschule in etwa einem Bachelorabschluss", so Hernaut. Zwischen Masterabschlüssen an der Fachhochschule und der Universität werde man nicht unterscheiden.

Hernaut sieht die neuen Abschlüsse als Ergänzung, die Lücken im jetzigen Bildungssystem schließen könnten. Gleichwohl hätten sich das Diplom und der Magister bewährt und sollten deshalb beibehalten werden.

Zurückhaltender reagiert man bei BASF in Ludwigshafen auf die neuen Abschlüsse. Bislang habe man dort noch keinen ausländischen Bewerber mit einem Bachelorabschluss angestellt, sagt Maren Lembcke von der Abteilung Internationales Hochschulmarketing. Allerdings seien die Erfahrungen mit Masterabsolventen der privaten "European Business Schools" sehr gut gewesen. Grundsätzlich hätten aber auch Absolventen mit einem Bachelorabschluss in den Wirtschaftswissenschaften eine Chance. "Es kommt immer auf die Person an, auf ihre Praxiserfahrung und darauf, welche Fachkenntnisse sie hat." Bei den Chemikern stellt BASF laut Karen Lembcke aber nach wie vor vor allem promovierte Absolventen ein.

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