Zeitung Heute : SÜDAFRIKA UND SAUDI-ARABIEN SPIELEN 2:2: Drei Elfmeter und kein Sieger

BORDEAUX (sid).Drei umstrittene Foulelfmeter prägten beim 2:2 (1:1) zwischen Südafrika und Saudi-Arabien in Bordeaux ein Spiel, das keinen Sieger verdient hatte.Shaun Bartlett hatte die nach den internen Querelen der vergangenen Tage unkonzentriert wirkenden Südafrikaner in der 19.Minute mit 1:0 in Führung gebracht, ehe Sami Al-Jaber in der 45.und Youssef Al-Thyniyan in der 72.Minute mit zwei geschenkten Elfmetern den Spieß umdrehten.Erneut Bartlett setzte mit einem ebenfalls zumindest fragwürdigen Strafstoß in der 90.Minute den Schlußpunkt.

Beide Mannschaften müssen nach der Vorrunde die Heimreise antreten, allerdings hat sich bei den Saudis die kurzfristige Entlassung von Trainer Carlos Alberto Parreira zumindest im ersten Punktgewinn niedergeschlagen.Die Verbandsführung hatte von den Spielern eine positive Reaktion nach dem Wechsel von Parreira zu dessen bisherigem Assistenten Mohammed Al-Kharashi verlangt.

Die Südafrikaner, die bei der WM sieglos blieben, hatten vor dem Spiel für reichlich Schlagzeilen gesorgt.Zunächst wurden Brendan Augustine und Naughty Mokoena nach einem nächtlichen Kneipenbesuch nach Hause geschickt, was aus Mannschaftskreisen hart kritisiert wurde.Trainer Philippe Troussier zog daraufhin seine Konsequenzen und kündigte an, sein Amt nach der WM zur Verfügung zu stellen."Ich bin nicht engagiert worden, um ein Ferienlager zu leiten.Fünf Spieler sind richtig bei der Sache, die anderen sind Touristen", schimpfte der 43jährige Franzose.Um seine Zukunft muß sich der "Weiße Zauberer" keine Sorgen machen.Pikanterweise erhielt Troussier vor dem Spiel ein Angebot von Saudi-Arabien, die Nachfolge des nach den Niederlagen in den ersten beiden WM-Spielen entlassenen brasilianischen Weltmeister-Coaches Parreira anzutreten.Auch der englische Premier-League-Klub Sheffield Wednesday ist an der Verpflichtung von Troussier interessiert.Aus der Suspendierung von Augustine ergab sich die einzige personelle Änderung bei Südafrika.Neu ins Team rückte in die Vierer-Abwehrkette Willem Jackson, Kapitän Lucas Radebe wich dafür ins Mittelfeld aus.Der Bochumer Bundesliga-Profi Delron Buckley, der sich Hoffnungen auf einen Platz in der Anfangsformation gemacht hatte, blieb zunächst auf der Bank und wurde erst in der 46.Minute eingewechselt.In der 51.Minute scheiterte er aus kurzer Distanz an Saudi-Keeper Al-Deaya.

In der 19.Minute waren die Südafrikaner vor 25 000 Zuschauern in Führung gegangen, als Bartlett nach einem Paß von Pierre Issa aus halblinker Position in die kurze Ecke einschoß.Danach kamen die Saudis besser ins Spiel, vor allem, weil Al-Jaber von der südafrikanischen Abwehr nicht in den Griff zu bekommen war.In der 27.Minute parierte Südafrikas Torhüter Hans Vonk einen Heber von Al-Jaber glänzend.Nur wenige Sekunden später klärte Mark Fish auf der Torlinie gegen Fahad Al-Mehalel, der von seinem Mittelstürmer freigespielt worden war.Die besten Spieler bei Südafrika waren Pierre Issa, der allerdings an der Entstehung des zweiten Elfmeters beteiligt war, und Torschütze Bartlett.Bei Saudi-Arabien verdienten sich der quirlige Al-Jaber und Fahad Al-Mehallel die Bestnoten.

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