Zeitung Heute : T-Online-Anbieter setzen aufs Internet

Seit gestern trifft sich anläßlich der Internet World Berlin die Internet-Branche zum Stelldichein.Wie bereits im vergangen Jahr wird die Messe durch einen Kongreß der Online-Anbietervereinigung ergänzt ( www.online-av.de ), die sich gleich zu Beginn der Veranstaltung neben einer neuen Satzung auch einen neuen Namen zulegte.

Aus "T-Online-AV" wurde schlicht "Online-AV" und damit die Bedeutung des Internets gegenüber dem Online-Dienst T-Online für den Handel unterstrichen.Nach wie vor ist die Telekom Online Service GmbH ein förderndes Mitglied der Vereinigung.Doch mit der Satzungsänderung ist, wie der Vorstandsvorsitzende Günter Götz betont, die Tür offen für weitere Anbieter aus der Internet-Industrie.Mittlerweile hätten alle Mitglieder des Vereins neben einem Angebot in T-Online auch eines im Internet.

Den Unkenrufen, T-Online habe für Online-Firmen an Attraktivität verloren, tritt Götz entschieden entgegen."T-Online hat sich sehr früh dem Internet geöffnet.Schätzungen zufolge kommt immerhin 50 Prozent des Internetverkehrs über diesen Dienst." Dem steht freilich die Äußerung Patrick Palombos, Leiter Neue Medien bei Quelle, entgegen, der T-Online wegen der"drögen Eigenschaften" nur für direkte Bestellungen und Abfragen des Kundenkontos für sein Versandhaus verwenden will.Trotz 76 Millionen Mark Umsatz, die Quelle mit T-Online gemacht hat, werden die aufwendigeren Funktionen des deutschen E-Business-Pioniers auf die Homepage im Internet übertragen."T-Online bröckelt ab", prophezeit Palombo.

Der Telekom kann es allerdings egal sein, welche Plattform die Unternehmen für ihr Geschäft im Netz nutzen, solange sie T-Online überhaupt als Webhost wählen.Schließlich verdient sie ihr Geld mit der Zeit, die die Surfer das Angebot nutzen.

Das zweite Standbein des Online-Dienstes ist trotz vieler Versuche der Konkurrenz nach wie vor unangetastet: Online-Banking."Als wir uns vor einem Jahr hier trafen, haben alle gedacht, daß sich Internet-Banking weit vor T-Online-Banking etablieren könnte.Das hat sich nicht bewahrheitet", so Götz.

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