Zeitung Heute : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Es ist schon lustig, wenn ein Trainer von seiner Mannschaft mehr Offensivgeist fordert, aber eher defensiv aufstellt. Immerhin will Frankreichs Coach Raymond Domenech der Forderung einiger seiner Spieler nachkommen und dem beim 0:0 gegen die Schweiz enttäuschenden Thierry Henry heute einen zweiten Stürmer zur Seite stellen. Eine deutlich offensivere Ausrichtung wäre das aber nur, wenn Domenech gleichzeitig Wiltord oder Ribéry in der Mannschaft ließe, die über die Außenpositionen im offensiven Mittelfeld Zidane unterstützen könnten. Bringt Domenech neben Vieira und Makelele im Mittelfeld wie erwartet Malouda, liegt die Verantwortung für das Spiel in die Spitze allein bei Regisseur Zidane. Der zeigte gegen die Schweiz eine gute Leistung, doch ohne die Unterstützung durch zumindest einen weiteren offensiven Mittelfeldspieler werden die Franzosen recht leicht auszurechnen sein. Und das ist bei aller individuellen Klasse der Spieler ihr Problem. Haben Zidane oder Henry keinen besonderen Moment, ist das nach hinten mehr als gut abgesicherte französische Kombinationsspiel nicht sehr torgefährlich. Gegen Südkorea mag diese gebremste Offensive vielleicht zum Ziel führen, gegen bessere Gegner aber wird auch der Trainer mehr Offensivgeist zeigen müssen.

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