Zeitung Heute : TATORT DORTMUND

VON OB ULLRICH SIERAU

WUNSCHKANDIDATEN
WUNSCHKANDIDATENFoto: ddp

Ob Schimanski in Duisburg oder Haferkamp in Essen – die Ruhrpott-„Tatorte“ sind legendär. In Dortmund soll die Tradition neu aufleben. Unser Kult-Kommissar hieße Dietmar Bär, den bräuchte man nur vom Kölner „Tatort“ versetzen. Bär ist Sohn unserer Stadt, er verkörpert gut die westfälische Leichtigkeit. Wir reden nicht lange um den heißen Brei herum, sondern sagen, wie es ist. Das ist nicht so oberflächlich wie bei den Rheinländern, die nach dem ersten Kennenlernen so tun, als hätten sie zusammen im Sandkasten gespielt. Bei uns lässt man sich mehr Zeit, aber wenn eine Freundschaft entsteht, hält sie auch.

An Bärs Seite könnte die Theaterschauspielerin Renan Demirkan ermitteln, die sich in Dortmund gut auskennt. Kürzlich war sie zu Besuch und ganz erstaunt, was sich alles verändert hat. Auf dem ehemaligen Hüttengelände im Süden der Stadt entsteht der Phoenix-See, ein riesiges Freizeit- und Erholungsgebiet. Im Umfeld unseres Dortmunder U, dem früheren Stammsitz der Union-Brauerei, basteln junge Kreative an ihren Projekten. Zudem boomt die Hochtechnologie: Jeder zehnte Beschäftigte in Europas Mikrosystemtechnikbranche arbeitet bei uns.

Die Geschichten sind oft im wahren Leben verankert. Entsprechend stünden beim Dortmunder „Tatort“ alle Zeichen auf Aufbruch. Ein Fall könnte so aussehen: Junger Wissenschaftler aus der Region schafft über die Hochschule den Aufstieg, gründet ein Start-up-Unternehmen, hat bahnbrechenden Erfolg – und finstere Typen heften sich an seine Fersen. Das ist eben nicht so aufgesetzt wie bei „Miami Vice“.

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