Zeitung Heute : Tatort Frohnau

Bestseller-Autor Horst Bosetzky lebt und schreibt seit über 20 Jahren im Norden Berlins

Rainer W. During

„Ich war immer Frohnauer, nie Reinickendorfer“ sagt Horst Bosetzky. Der Krimiautor und Soziologie-Professor schätzt den Ortsteil, in dem er seit den 80er Jahren wohnt, wegen der „sehr sympathischen Mischung“ seiner Bewohner. „Hier leben vergleichsweise normale Leute“, meint er. „Ich kenne aber auch welche, die sind lieber nach Dahlem oder nach der Vereinigung nach Potsdam gegangen, weil ihnen Frohnau zu bürgerlich war“.

Bosetzkys Lieblingsplätze sind die Buche auf dem Donnersmarckplatz und der Wilsberg, der einst im Unterbaugebiet zwischen Grenze und Mauer lag. „Der Punkt, wo wir gesessen und von der Wiedervereinigung geträumt haben“, erzählt der Bestseller-Autor, der sich lange hinter dem Kürzel -ky verbarg.

Der Fahrzeugverkehr hat zugenommen, einige Läden haben geschlossen oder sind ins Umland abgewandert. Ansonsten hat sich der Ortsteil „nicht sonderlich verändert“, findet Horst Bosetzky. Hier will er seinen Lebensabend, falls nötig, im Seniorenheim verbringen. Im Familiengrab auf dem Friedhof am Hainbuchenweg möchte er zur letzten Ruhe gebettet werden.

Frohnau ist – neben Schmöckwitz und der S-Bahn – immer wieder Bestandteil seiner Romane. Sei es der Krimi „Ich wollte, es wäre Nacht“ oder das neue Buch „Die Liebesprüfung“, in dem jedes Kapital einem anderen S-Bahnhof zwischen Oranienburg und Wannsee gewidmet ist. Im April erscheint „West-Berlin – Erinnerungen eines Inselkindes“ (Jaron Verlag). Manfred Matuschewski, der Held der mit „Capri und Kartoffelpuffer“ begonnenen Familiensaga, lebt ebenfalls in Frohnau. Im sechsten Band, der im Herbst erscheint, wird hier wieder ein Teil der Handlung spielen.

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