Zeitung Heute : Telekom-Konkurrent peilt 10 000 Jobs an

o.tel.o geht in die Offensive / Bis zu 9 Mrd.DM Investitionen geplant HANNOVER (dw). Mit scharfen Angriffen gegen die Deutsche Telekom hat sich das neue Fernsprechunternehmen o.tel.o am Donnerstag auf der Cebit in Hannover zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.Ulf Bohla, Vorsitzender der Geschäftsführung des von Veba und RWE gegründeten Gemeinschaftsunternehmens kündigte an, in den kommenden Jahren in Deutschland 7 Mrd.DM zu investieren, rund 10 000 Arbeitsplätze zu schaffen und damit der Telekom auf allen Gebieten des Fernsprechwesens Paroli zu bieten."Wir werden Millionen Menschen mit einem serviceorientierten und preisattraktiven Angebot begeistern", sagte Bohla. Bohla erklärte, o.tel.o strebe bis zum Jahre 2005 einen Umsatz von 7 bis 9 Mrd.an.Dies entspreche einem Marktanteil von 12 bis 17 Prozent.Bereits 5 Jahre nach der Öffnung des Telekommunikationsmarktes am 1.Januar 1998 wolle o.tel.o die Gewinnschwelle erreichen.Bis dahin solle das Duo RWE und Veba durch weitere internationale Großkonzerne verstärkt werden.Gespräche würden bereits geführt.Bohla betonte, daß die Kunden, die von Januar nächsten Jahres von der Telekom zu o.tel.o überwechseln wollten, nur eine Ummeldung abzugeben brauchten: "Man braucht keine neue Telefonnumer, keine neuen Leitungen und keine neuen Telefonapparate".Ohne genaue Preise zu nennen stellte die o.tel.o-Geschäftsführung Tarife unterhalb des gegenwärtigen Preisniveaus der Telekom in Aussicht.Bohla kündigte "leicht verständliche Tarife, attraktive Preise, guten Service" an. Der Vorstandsvorsitzende der Veba, Ulrich Hartmann, kritisierte auf der Unternehmenspräsentation scharf Bundesregierung und Deutsche Telekom.Nach dem Telekommunikationsgesetz müssen die neuen Fernsprechunternehmen für die Benutzung der Telefonhausanschlüsse an die Telekom eine Mietabgabe zahlen, die sogenannten Interconecttarife.Hartmann kritisierte, daß die Höhe der Abgabe noch immer nicht feststehe."Die Interconecttarife sind die Stellschraube, mit der die Deutsche Telekom den Grad an Wettbewerb beliebig bestimmen kann", so Hartmann.Mit der Regelung der Abgabe "steht und fällt das Modernisierungsprojekt Telekommunikation".

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