Zeitung Heute : Telelearning will gelernt sein

TANJEV SCHULTZ

Fachkonferenz in Berlin/Rund 500 Experten auf der "Online Educa"VON TANJEV SCHULTZ

Technisch ist Telelearning längst kein Problem mehr.Vielmehr fehlen derzeit noch didaktische Modelle und allzuoft das nötige Geld für den sinnvollen Einsatz von Internet und Co.in der Aus- und Weiterbildung.Das zeigte sich auch auf der dreitätigen internationalen Telelearning-Konferenz "Online Educa", die bis heute in Berlin stattfindet. Unter der Schirmherrschaft von EU-Kommissarin Edith Cresson tauschten rund 500 Praktiker aus Wirtschaft und Lehre in Berlin ihre Erfahrungen aus."Der Erfolg der Online Educa zeigt die wachsende Bedeutung des Telelearning", sagte Konferenzpräsident Detlef Garbe von der Deutschen Telekom. In Workshops wurden etliche Beispiele von Telelearning vorgeführt, die meisten davon aus England und den USA."Deutschland hinkt hinterher", erklärte Leopold Reif, bei der Telekom zuständig für Telelearning.Sein Unternehmen will nun eine Plattform innerhalb von T-Online installieren, die Unternehmen und Privatpersonen Lernsoftware bereitstellen soll. Auch Schulbuchverlage wie Cornelsen haben längst die Möglichkeit entdeckt, Unterrichtseinheiten vom Papier in die Computer zu bringen.Derzeit arbeiten die Berliner zusammen mit drei weiteren Verlagen dieser Branche an der Einführung des Online-Dienstes "Bildung Online", der sowohl für Lehrer als auch für Schüler gedacht ist. In der betriebliche Weiterbildung sehen vor allem Konzerne mit verstreuten Standorten Vorteile in der räumlich ungebundenen Schulung per Telelearning.Beispiel Mercedes Benz: Bei Einführung der E-Klasse wurden innerhalb von 20 Tagen über 4000 Beschäftigte per Computer auf die neue Technik vorbereitet. An Schulen und Universitäten fehlt es hingegen meist an Geld, um das klassische Lernen durch vernetzte Computer zu ergänzen.Die Fernuniversität Hagen beginnt erst zaghaft, virtuelle Kurse anzubieten. An den Schulen fehlen nicht nur Computer - viele Lehrer fühlen sich überfordert."Zur Lehreraus- und Fortbildung müssen die neuen Medien gehören", forderte Siegmar Mosdorf, Vorsitzender der Enquete-Kommission des Bundestages zur Zukunft der Medien.Die Online Educa war dafür ein erster Schritt.Rund 100 Lehrer informierten sich hier über die Initiative "Schulen ans Netz" von Bildungsministerium und Telekom.In einer Begleitveranstaltung wurde ihnen außerdem der Deutsche Bildungsserver (DBS) vorgestellt, der einen Wegweiser im Internet für den Einsatz der neuen Medien im Unterricht anbietet und somit den Lehrern eine wichtige Hilfestellung gibt.Dies erscheint umso sinnvoller, da der Berliner Senat nicht genügend Mittel für die Lehrerfortbildung bereitstellt, wie Bernhard Koerber vom Zentralinstitut Fachdidaktik der FU kritisierte.

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