Templiner See : Am Ufer wird wieder etwas eingeflößt
26.03.2011 15:51 UhrIm Frühling ist es eine feine Sache von Berlin aus an die Ostsee zu fahren. Bald aber müssen es gar nicht mehr so viele Kilometer sein. Dann liegt nämlich auch Potsdam am Meer. Am „Havelmeer“. So zumindest haben Yves Takke und Mathias Schubert ihren Freizeithafen auf dem Kiewitt mitten in Potsdam genannt. Sie wollen eine Mischung aus Gastronomie und Wassersport anbieten. Im Mittelpunkt stehen 17 Flöße unterschiedlicher Größe, die für Tagesausflüge oder länger gebucht werden können. Am 21. Mai geht es los.
Das so genannte „Abenteuer-Floß“ bietet fünf Personen Platz und hat eine Kochnische und Toilette. Wer möchte, muss also nicht so schnell wieder von Bord, sondern kann die Wasserarme der Umgebung in Ruhe erkunden.
Ab 120 Euro kostet dieses Modell pro Tag. Im kommenden Frühjahr wollen Yves Takke und sein Team die Flotte aufstocken und eine Luxusvariante mit mehr PS für acht Personen anbieten: Mit Sauna und Dusche (ab 220 Euro). Egal für welche Variante man sich entscheidet, „einen Bootsführerschein braucht man nicht“, sagt der Geschäftsführer. Für beide Flöße gibt es eine Einführung, eine halbe Stunde für Mieter des „Abenteuer-Floß’“, zwei Stunden für das „Hausbootfloß“. „Danach können sie losschippern“, sagt Takke, „Sie wissen dann, wie man das Boot steuert und wie man sich an Schleusen verhält.“ Wer mag, kann auch ein Verpflegungspaket mitbuchen. Außerdem gibt es Wasserwander- und Radkarten.
Einmal rund um Potsdam herum, das sei eine schöne Tour, empfiehlt Takke, der selbst Wassersportler ist. „Da fährt man in Richtung Werder los und kommt am Ende an der alten Meierei am Jungfernsee wieder heraus.“ Auf dem Weg komme man an zahlreichen historischen Bauten vorbei. „Die Tour lässt sich in einem Tag schaffen, kann aber auch ausgedehnt werden“, findet Takke.
Das „Havelmeer“ bietet aber auch Flöße an, auf denen man sich in die Hände anderer begibt und zurücklehnen kann. Neben einem Partyfloß für 45 Personen mit Dachterrasse wird an der 90 Meter langen Steganlage auch ein so genanntes Sport- und Wellness-Floß festmachen. Ein Team von Physiotherapeuten bietet dort Kurse an, von Thai Chi über Yoga, Rückengymnastik und Herz-Kreislauf-Training. Außerdem kann man Fahrräder für Ausflüge in die Umgebung, Kanadier und Kajaks leihen.
Noch wird gebuddelt und gebaut auf dem ehemaligen Areal des 1931 gegründeten Biergartens „Havelgarten“. Gebäude werden saniert und Anlagen befestigt. Maritimes Flair soll hier entstehen, mit Strandkörben und Sonnenschirmen. Der Biergarten wird neu belebt und soll im Mai eröffnet werden. Takke und sein Team haben ihn vom alten Pächter übernommen, genauso wie ein neun Meter hohes Fass aus Brasilien, in dem einst Schnaps gelagert wurde. Die Havelmeer-Betreiber wollen es im Stil eines Leuchtturms zu einer Bar umbauen. Außerdem kommen im August Restaurants zum Drinnen und Draußen-Sitzen mit Selbstbedienungsbereich und Essen à la carte auf dem 2300 Quadratmeter großen Gelände hinzu. Takke hat sich für den gastronomischen Bereich Hilfe geholt, er selbst hat 15 Jahre lang als Bänker gearbeitet. Aber von einem Hafen träumt er schon lange.
„Wir sind der Meinung, das die Stadt bisher zu wenig aus seiner Lage gemacht hat“, sagt Yves Takke. Er will Potsdam näher ans Wasser rücken, will die Wasserwege touristisch erschließen und hat dafür ein Vorbild: „Ich komme aus Brandenburg an der Havel“, sagt Takke. Dort gebe es bereits einen Floßverleih, mit dem Betreiber sei er befreundet. Vor drei Jahren begann er mit den Planungen für sein eigenes Projekt. Es sollen hier auch Kanadier, Kajaks und Fahrräder verliehen werden. Mit 50 000 Tausend Besuchern rechnet das Havelmeer-Team im Jahr. Darunter fallen auch die Wasserwanderer, die kostenlos am Steg anlegen dürfen. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten am Steg und Sanitäranlagen und Waschmaschinen. Wer will, kann von hier aus Potsdams Stadtzentrum besichtigen. Das sei das Schöne an der Lage der Stadt, findet Takke. Von hier aus kann man Ausflüge starten, die sowohl an Schlossgärten als auch an wilden Ufern vorbeiführen. Kultur und Natur in Einem.
Weitere Informationen unter:
www.havelmeer.de








