Zeitung Heute : Top Ten
10.04.2011 02:00 Uhr3
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Simon & Garfunkel – Patterns
Model Eva Mendes mag Ananas, Schauspielerin Thandie Newton Blumen und Moderatorin Annabelle Mandeng Bibelmotive. Die Rede ist von Mustern und dem aktuellen Hang, sie möglichst auffällig zur Schau zu tragen. „Es ist Zeit, etwas zu wagen“, so begründet die Modeschöpferin Miucca Prada ihre momentane Vorliebe für Bananen, Ornamente und Streifen auf Kleidern und Blusen. Kombinieren dürfen Mann wie Frau alle Motive miteinander, vorausgesetzt sie oder er besitzen das nötige Fingerspitzengefühl. Vorsicht: Die mit abstrakten Farbspritzern übersäten Kollektionsteile des New Yorkers Thom Browne (4) oder der Berliner Designer SoPopular sollten Hobby-Batiker nicht dazu verleiten, die Färbemittel wieder aus dem Schrank zu kramen.
Bei den Modeschöpfern ist das Kunst, gewagte Kunst, und bestimmt als Hommage an Jackson Pollock gedacht.
New Order – Round and Round
Mit der Streberei ist jetzt Schluss. Die eckige Brille mit den schwarzen Rändern, auch bekannt als Horn- beziehungsweise Nerd-Brille, war wohl eines der beliebtesten Accessoires der letzten Jahre. Man denke nur mal an die Verherrlichung von Tom Ford, der sie in seinem Film „A Single Man“ zu einem ästhetischen Höhepunkt führte. Damit ist Schluss. Die runden lösen die eckigen Gläser ab (2), ganz dem Stilvorbild eines John Lennon und Johnny Depp verpflichtet. Von extravagant wie bei Prada (mit geschwungenen blauschwarzen Ornamenten) bis minimalistisch wie vom französischen Intellektuellendesigner Lanvin (natürlich: dünnes Metallgestell Marke Bertolt Brecht), sind die runden Modelle auf dem Vormarsch.
Don Henley – Boys of Summer
Das neue Lieblingsthema der Designer: Bademode. Die wird mit jeder Saison auf den Laufstegen präsenter und für die Frauen zu einem echten Konfliktthema. Sind die extravaganten Cut-Out-Modelle, die Bikinis in Häkeloptik, aufgewertet durch Raffungen, Rüschen oder Gürtel nicht viel zu schön, um sie den Großteil des Jahres im Schrank zu verstauen? Ein Blick auf das Verhalten der Männer hilft: Die machen den Alltag zum Urlaub und tragen hellblaue Strickpullover zu hellblauen Shorts in Badehosen-Anmutung (Louis Vuitton 7), Hawaii-Hemden und Taschen so groß, dass ein ganzes Picknickgeschirr darin Platz findet (beides D&G).
Judas Priest – Leather Rebel
Eine gute Nachricht für Motorradfahrer und Fans von Freddie Mercury: Der Biker-Chic ist zurück. Ob als Trenchcoat, eleganter Zweireiher oder taillierte Weste, der Mann wird diesen Sommer zum Rocker – alles, was er braucht, ist eine anständige Lederjacke. Folgende Regel ist dabei weiterhin zu beachten: Unter Lederoberbekleidung gehört kein Hemd, sondern ein T-Shirt, alles andere wirkt unglaubwürdig. Weniger nostalgisch tragen die Frauen des Bikers Fetischmaterial: im Lagen-Look, als Hemdkleid, als figurbetonter Overall, mit Fransen oder Reptilien-Prägung. Hätte man auch nicht gedacht, dass Leder einmal wieder elegant wird und sogar futuristisch aussehen kann. Freddie Mercury würde vor Freude im Grabe kichern.
Tori Amos – Mr. Zebra
Wen im vergangenen Jahr bereits das Gefühl beschlich, ihrer überdrüssig zu werden, für den wird dieser Sommer hart: Quer, längs, schief, als feine Linie oder blockig, in jeder erdenklichen Farbkombination, auf Männershorts wie bei Issey Miyake (3), Kleidern, Sakkos oder Pumps, derzeit gibt es nichts, was es nicht auch gestreift gibt. Das alles hat mit der traditionellen Streifenträgermontur der Seemänner und Häftlinge nur noch wenig gemein. Es waren ja einst die bretonischen Fischer, die Coco Chanel während eines Urlaubs dazu inspirierten, das Muster zur Mode zu machen. Aber was folgt nach den Streifen und der ebenfalls bis zum Exzess entworfenen Karo-Kleidung? Punkte etwa? Stil-Ikone Kate Moss sowie Top-Model Jessica Hart wurden erst kürzlich in Pünktchen-Vollmontur gesichtet. Oh je.
Rolling Stones – She’s a Rainbow
In Indien dauert es nur einige Tage, wir feiern es den ganzen Sommer: das Fest der Farben, auch bekannt als Holi-Festival. Dieses Jahr veranstalten es im Geiste Jil Sander, Prada, Kenzo (5) und Co. Großflächige Farbfelder werden miteinander kombiniert, rot zu pink zu grün zu schwarz, Hauptsache leuchtend und kontrastreich. Wer unsicher ist, was das eigene Kombinationsfeingefühl anbelangt, wählt Kleidungsstücke aus der gleichen Farbfamilie und trägt sie zu schlichten Accessoires.
The Killers – Mr. Brightside
Der Modeton des Winters war, ist und wird immer sein: schwarz. Schwarz ist elegant, passt zu allem, steht jedem und ist immer aktuell. Ganz anders verhält es sich mit dem gegensätzlichen Weiß. Die Weiß-Komplett-Montur ist mehr als ein Outfit. Sie ist eine Haltung, und Frauen zeigen sie diesen Sommer recht häufig. In Kleidern von Rena Lange, Escada und Akris (1) erteilen sie dem Berliner Alltag eine Abfuhr. Ja zu Lederbezug im Cabriolet, nein zu PVC-Bezug in der U-Bahn. Und was die Herren anbelangt: Die lassen die weißen Playboy-Anzüge à la Rolf Eden im Schrank und schauen sich lieber bei den Südländern ein wenig Stil ab. Dort setzt der Portofino-Ausflügler auf crème- oder sandfarbene Anzüge und kombiniert hellblaue Hemden dazu.
Beach Boys – Kokomo
Und weil dieses St. Tropez-Lebensgefühl süchtig macht, behalten die Männer die Bootsschuhe der vergangenen Saisons einfach an, und die Frauen machen es ihnen nach. Ihre neue Trendschuhmarke nennt sich Dolfie, ist eine Mischung aus Bootsschuh, Mokassin und Sneaker. Die Schuhe gibt es als bunte Modelle, mit Blumenmuster oder Leoprint.
Frank Popp Ensemble – Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans
Blaue Jeans waren gestern, jetzt kommt es rosarot. Im vergangenen Sommer galt es als modische Verpflichtung, Jeans zu Jeans zu Jeans zu kombinieren – und jeden noch so alten Fetzen aus dem Schrank zu kramen. Abwechslung muss her. Das befürwortete die Designerin Isabell Marant als Erste und setzte mit ihren roten Jeans einen Trend. Diese sind mittlerweile überall ausverkauft, doch Labels wie Tommy Hilfiger (für Ihn), Acne, Diesel oder See by Chloé (für Sie) zogen mit roten oder bonbonfarbenen Chinos, Skinny-Jeans und Drei-Viertel-Hosen hinterher.
Grandaddy – Nature Anthem
Endlich befreit: Die Espadrille ist zurück. Sie erlöst den deutschen Mann von dem Schuhwerk, mit dem er sich nie so recht anfreunden wollte: der Riemensandale. Damit geht der Trend zurück zur Natur. Hanf, Flachs und Kork werden zu den Materialien der nächsten Monate. Kombinieren kann man die Espadrilles mit allem, das wussten schon Salvador Dalí und Pablo Picasso. Die Maler trugen die Schuhe nicht nur während der Arbeit, sondern auch abends, wenn sie ausgingen. Großer Nachteil: Ob Designer-Modell von Prada (8) oder das Zehn-Euro-Exemplar aus dem Drogeriemarkt, die aus Flachs und Hanf geknüpften Sohlen erweisen sich als Falle für Glasscherben und Zigarettenkippen – und saugen Wasser wie ein Schwamm auf. Eine Alternative für modebewusste Frauen: Sie stellen sich diese Saison auf Kork ein, zum Beispiel auf die High-Heel-Plateausohlen von Stella McCartney (6) oder Miu Miu. Die Zeiten, als man mit dem Material die Birkenstock-Sandale assoziierte, sind damit endgültig vorbei.
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