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Tradition trifft Moderne : Dialog in Delfter Blau

05.10.2012 00:00 Uhrvon
Die traditionelle thailändische blaue Blume ist ein augenzwinkernder Verweis auf das Delfter Blau. Carla Peters vereint beide Traditionen.Bild vergrößern
Die traditionelle thailändische blaue Blume ist ein augenzwinkernder Verweis auf das Delfter Blau. Carla Peters vereint beide Traditionen. - Foto: Wonderable

Einst kopierten die Niederländer chinesisches Porzellan. Jetzt gestalten sie Keramik neu und holen ihr Delfter Blau aus Thailand zurück.

Carla Peters staunte nicht schlecht, als sie auf einer ihrer Reisen in Thailand lauter kleine blaue Porzellansouvenirs für die niederländische Andenkenindustrie entdeckte, Windmühlen, Holzschuhe, Rehe, Mädchen in Tracht – alles im typischen Weiß-Blau, das sofort an Delfter Fayencen denken lässt. Doch echtes Delfter Blau ist teuer – aber beliebt –, und so lassen niederländische Souvenirhändler in Thailand billige Porzellanminiaturen herstellen. Der Export dieser Produkte in die Niederlande habe aber stagniert, erzählt Carla Peters, und so habe sie diese in Massen bei dem thailändischen Keramiker gefunden und sofort die zündende Idee gehabt.

Sie entwarf die Vase „Souvenir Holland“, die von außen bestückt ist mit all diesen thailändischen Holland-Miniaturen. Letztendlich entstand so ein Objekt, das niederländische Traditionen mit thailändischen mischte. Der thailändische Keramiker signiert stolz seine Vase auf Thai innen am oberen Vasenrand.

„Mir gefällt diese Arbeit“, sagt Carla Peters, die lange im Fair-Trade-Geschäft tätig war und sich daher in der Welt auskennt. Sie entwirft ihre Objekte im Wissen um die traditionelle Handwerkskunst Asiens und Südamerikas und lässt ihre modernen Entwürfe dort fertigen. So entsteht eine Symbiose aus Tradition und Moderne, bei der beide Seiten auf Augenhöhe zusammenarbeiten und etwas kreieren, das sich auch in Europa gut verkaufen lässt.

Bei demselben Produzenten entdeckte sie Fayencen, die mit traditionellen blau-weißen Blumenmotiven bemalt waren – Thai Blue. Die wiederum erinnern an das Delfter Blau, das Mitte des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden entwickelt wurde, um das damals in Europa beliebte chinesische Porzellan zu kopieren. Carla Peters entwarf nun Gefäße, die die thailändische und niederländische Keramiktradition zu etwas Neuem zusammenfügte. So werden blau-weiß gestaltete Vasen in eine dunkle Glasur getunkt oder der geflochtene Henkel eines Tongefäßes wird von einem runden Tongriff ummantelt.

"Souvenir Holland" ist ein Beispiel für Carla Peters niederländisch-thailändische Vasen.Bild vergrößern
"Souvenir Holland" ist ein Beispiel für Carla Peters niederländisch-thailändische Vasen. - Foto: Wonderable

Jedes Gefäß ist innen in thailändischer Schrift signiert. Mal dominiert die niederländische Anmutung, mal die thailändische. So bekommt ein traditionelles dunkles Thai-Gefäß eine blau-weiße Blume und eine weiße Souvenirwindmühle als Anhänger – ein kleiner Gag mit kulturhistorischem Hintergrund. So hat die Designerin über das Imitat des Imitats Asien und Europa wieder zusammengeführt.

Carla Peters hat an der „Design Academy Eindhoven“ studiert und danach für verschiedene große Unternehmen wie KLM als Designberaterin und Stylistin gearbeitet. Später hat sie immer wieder im Bereich Fair Trade gearbeitet und vor allem geholfen, Produkte aus Übersee in Europa auf den Markt zu bringen. So entstand schließlich auch die Idee zum eigenen Label „wonderable“.

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