Zeitung Heute : TRAGIKOMÖDIE

Actrices – oder der Traum aus der Nacht zuvor

Kerstin Decker

Schauspieler dürfen im Dasein anderer Leute herumirren, herumflegeln, herumwüten – ohne deren Leben leben zu müssen. Geliehene Ekstasen, geliehene Lieben, sogar geliehene Tode. Was, alles nur geliehen? Und ich – und mein Leben? Kann sein, jeder Schauspieler, jede Schauspielerin begegnet dieser Frage irgendwann. Spätestens wenn er oder sie zum ersten Mal von der Regieassistentin ersetzt wird. „Actrices“ heißt der zweite Film der Schauspielerin Valeria Bruni Tedeschi. Er handelt von einer recht erfolgreichen Darstellerin, die mitten in den Proben zu Turgenjews „Ein Monat auf dem Lande“ von der Regieassistentin ersetzt wird. Bruni Tedeschi kennt die Situation, auch bei ihr war es Turgenjew. „Actrices“ ist ein bisschen surreal und tragikkomisch. Auch ein bisschen albern , aber mit einem schönen Wissen darum, wie relativ alles ist, hauptsächlich man selbst: Es gibt nichts, was absoluter wäre! Selbstreflexiv. Kerstin Decker

„Actrices“, F 2007, 107 Min., R: Valeria Bruni Tedeschi, D: Valeria Bruni Tedeschi, Mathieu Amalric, Noémie Lvovsky

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